Dem Erbgut auf der Spur - Bebraer Schulklasse experimentiert mit Uni Kassel

Suche nach dem genetischen Fingerabdruck: Die Science Bridge der Uni Kassel war zu Gast am Beruflichen Gymnasium Bebra. Schüler Silas Rehwald experimentierte mit Dozentin Stefanie Bublak. Foto: Birmes

Bebra. Der genetische Fingerabdruck ist nicht nur in der Kriminologie wichtig, sondern auch bei Vaterschaftstests. Wie man auf die Spur der DNA kommt, haben die Schüler der 12. Klasse am Beruflichen Gymnasiusm Bebra bei einem Experimentiertag mit der Uni Kassel kennengelernt.

Die sogenannte Science Bridge (zu deutsch: „Brücke der Wissenschaft“) war einen Tag lang in Bebra zu Gast. Mit der promovierten Biologin Stefanie Bublak und den Bachelor-Studentinnen Franziska Gronow und Meike Arend experimentierten die Schüler des Grund- und Leistungskurses im Biologie-Unterricht zu dem Thema Genetik.

Science Bridge ist ein Kooperationsprojekt der Universitäten Kassel und Gießen. Sein Ziel ist es, eine Brücke zwischen Wissenschaft, Schule und Öffentlichkeit zu bauen. Mit mobilen Laboren machen die Forscher molekularbiologische Experimente für alle erfahrbar. „Eigentlich hatten wir geplant, die Uni in Kassel zu besuchen, doch dann habe ich von dem Projekt gehört und das Experiment zu uns geholt“, erzählt Biologielehrerin Carmen Vesper.

Im Unterricht werde das Thema Genetik sehr theoretisch behandelt, weil die Schule für Versuche nicht so gut ausgerüstet sei. „Durch Experimente wird der Stoff für die Schüler begreifbarer“, sagt Vesper. Dafür haben die drei Betreuerinnen der Universität Kassel alle nötigen Materialien und Geräte mit in die Schule gebracht. „Bei dem Versuch wird zuerst das Erbgut der Schüler aus ihrer Mundschleimhaut isoliert und ein kleiner Teil des DNA-Abschnitts bestimmt“, erklärt Stefanie Bublak den Vorgang. „Daraus erhalten wir am Ende den genetischen Fingerabdruck“, sagt Schülerin Layla Zilch.

Die Schritte des Experiments seien zwar sehr komplex, werden aber gut erklärt, meint Tabea Bickel. Alle Schüler arbeiten gespannt und aufmerksam mit, und am Ende des Schultages ziehen sie eine positive Bilanz: „Es ist cool, dass so etwas gemacht wird, und es ist mal eine gute Abwechslung“, freut sich Noan Pfetzing. Für Julia Trieschmann ist es sogar eine Option, später in der Biologie zu arbeiten.

„Die Schüler wussten schon viel über das Thema Genetik, obwohl sie es noch nicht durchgenommen haben, und sind auch auf viele eigenständige Lösungen gekommen“, freut sich Bublak. Sie sei sehr beeindruckt, dass alle so aufmerksam waren, und es habe ihr Spaß gemacht, mit den Schülern zu experimentieren.

Von Jessica Dick

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