Flüchtlinge kommen im Oktober - viele Solzer wollen helfen

Das Dorf bekommt Zuwachs: Die Solzer wollen die angekündigten Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Solz. Voll besetzt war das Solzer Dorfgemeinschaftshaus bei einer Informationsveranstaltung am Freitag: Über die Unterbringung von Flüchtlingen im Dorf unterrichteten der Leiter des Fachdienstes Migration des Landkreises, Frank Hildebrand, und Mitarbeiterin Alexandra Klee-Richter die Solzer.

150 Stühle reichten nicht, so groß war das Interesse. Eingeladen hatten Ortsvorsteher Friedhelm Claus, Bürgermeister Uwe Hassl und Stadtverordnetenvorsteher Herbert Börner.

Der Kreis hat im ehemaligen Gasthaus Bachmann („bei Lisa“) fünf Wohnungen hergerichtet. Schon in den nächsten Tagen sollen die ersten Flüchtlinge hier einziehen. Platz ist für etwa 30 Personen.

Ob Familien kommen oder Männer, konnte man seitens des Kreises nicht sagen. Die Solzer würden am liebsten Familien aufnehmen. Im Kindergarten wären sogar noch Plätze frei, ein Schulbus fährt nach Bebra und Nentershausen, erklärte Friedhelm Claus.

„Die Bereitschaft zur Aufnahme ist da“, sagte der Ortsvorseher nach der Versammlung gegenüber unserer Zeitung. Ihm war es wichtig, zu informieren und den Solzern die Angst zu nehmen. So wurde deutlich, dass auch Männer erfolgreich integriert werden können. Sie können am Tischtennis- oder Fußballtraining teilnehmen, Gemüseanbau in einem brach liegenden Garten war ein Vorschlag des Nabu. Eine weitere Idee: eine kleine Werkstatt im ehemaligen Raiffeisengebäude, wo Nistkästen und ähnliches gebaut werden könnten.

„Wir stellen uns der Herausforderung“, sagte der Ortsvorsteher. Viele Bedenken hätten ausgeräumt werden können. So wurde seitens des Kreises versichert, wenn es mit einer Person Probleme gebe, könne diese auch anderenorts untergebracht werden.

Auch Bürgermeister Hassl spricht von einer positiven Grundstimmung und freut sich über die Hilfsbereitschaft. Der Kreis rechne in der Zeit von Oktober bis Dezember mit weiteren 600 bis 1000 Flüchtligen, die auf die Kommunen verteilt werden müssten. Ein Solzer bot für eine Familie noch eine Wohnung an. Gesucht werden außerdem Praktika in Handwerksbetrieben.

Wer ehrenamtlich helfen möchte, kann sich auf der Internetseite beim Kreis anmelden. In Solz soll in Kürze ein runder Tisch zu diesem Zweck gebildet werden.

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