Flüchtlinge sollen über Sport im Verein Anschluss finden

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Ging auf jede Frage ein: Frank Hildebrand vom Fachdienst für Migration des Landkreises stand den Gilfershäuser Bürgern Rede und Antwort zur Unterbringung von Flüchtlingen.

Gilfershausen. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg bringt in Gilfershausen Flüchtlinge unter. Dazu wurden auf einer Informations-Veranstaltung Fragen der Bürger beantwortet.

Frank Hildebrand vom Fachdienst für Migration hat bei einer Informations-Veranstaltung zusammen mit Bürgermeister Uwe Hassl und Ortsvorsteher Norman Nieborowsky die Fragen beantwortet. Etwa 100 Bürger waren dazu ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen.

Ehrenamtliche aus dem Nachbarort Solz berichteten zudem von ihren Erfahrungen mit Asylsuchenden. Moderator war Bebras Ordnungsamtsleiter und Flüchtlingskoordinator Friedhelm Eyert.

Was ist zur Unterbringung von Flüchtlingen in Gilfershausen bislang bekannt?

Fest steht, dass zwischen zehn und 14 Flüchtlinge nach Gilfershausen kommen - voraussichtlich Anfang Januar. Für sie hat der Landkreis ein Haus angemietet. Es ist noch nicht fertig renoviert. Auch die Prüfung der Brandschutzbestimmungen fehlt. Eine größere Sammelunterkunft wird es nicht geben. Der Fachdienst für Migration stellt einen Betreuer bereit.

Warum wurde Gilfershausen ausgewählt?

Das Dorf liegt nahe an Bebra. Dort gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kindergärten und Sprachkurse. Eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist vorhanden. Oft fühlen sich Flüchtlinge in kleinen über Orten wohler als in Städten.

Welchen Aufenthaltsstatus haben die Asylsuchenden?

Sie haben noch keinen Asylantrag gestellt, wollen dies aber schnellstmöglich tun. Die Flüchtlinge, die nach Gilfershausen kommen, verfügen über eine Aufenthaltsgestattung. Eine Residenzpflicht ist ihnen nicht auferlegt - sie dürfen sich frei in Deutschland bewegen. Es ist denkbar, dass Flüchtlinge einen Mietvertrag nach genehmigtem Asylantrag übernehmen.

Kommen Familien oder Einzelpersonen und wann lernen die Bürger sie kennen?

Das kommt auf die Regelzuweisung an. Der Landkreis versucht, Familien in Dörfern einzuquartieren. Eine Garantie gibt es aber nicht. Eine Idee wäre, eine Kennenlern-Veranstaltung zu organisieren. Ansonsten gilt es, bei einer Begegnung auf der Straße das Gespräch zu suchen.

Wie läuft’s im Nachbarort Solz mit den Flüchtlingen?

Gut. Ehrenamtliche haben zusammen mit dem Fachdienst für Migration (Tel. 0 66 21 / 87 35 00) einen runden Tisch gebildet. Aufgeteilt auf Arbeitsgruppen kümmern sie sich beispielsweise um Fahrten, Spenden und Sprachkurse. Außerdem haben die Helfer eine Internetseite zum Austausch und zur Übersicht für alle Beteiligten eingerichtet. In Solz spielen einige Flüchtlinge bereits Fußball im Verein - das ist in allen anderen Orten und Vereinen jeder Art auch möglich und hilft bei der Integration.

Der Gilfershäuser Kindergarten-Bus ist voll. Was passiert also, wenn Kinder unter den Flüchtlingen sind?

Dann kümmert sich der Landkreis um den Transport mit einem eigenen Dienstwagen oder erstattet die Kosten für eine zweite Fahrt. Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche in Kindergarten und Schule Anschluss finden und die deutsche Sprache lernen.

In welchen Bereichen brauchen die Asylsuchenden die Unterstützung der Bürger?

Bei ganz alltäglichen Dingen: Mülltrennung, Einkaufen, Fahrten oder Putzen. Ehrenamtliche Dolmetscher und die des Landkreises helfen, die Sprachbarriere bei gemeinsamen Aktivitäten zu überwinden.

Wie sieht es mit der gesundheitlichen Versorgung aus?

Die Flüchtlinge haben einen Krankenschein. Ärzte und Krankenhäuser versorgen sie wie jeden Deutschen. Die Einführung einer Gesundheitskarte ist geplant.

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