Glaube gehört zu Esskultur: Kochbuch mit traditionellen aramäischen Rezepten

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Gemüse spielt eine große Rolle: Saliba Celik präsentiert bei einem Besuch in seiner früheren Heimat Bebra sein neues Kochbuch. Foto: Meyer

Bebra. Der Grund dafür, dass Saliba Celik mit seiner Schwägerin und deren Tochter ein Kochbuch mit aramäischen Rezepten gemacht hat, ist folgender: Die vielen Aramäer in Deutschland, meint er, seien gut integriert, so gut, dass die traditionellen Wege, auf denen Rezepte von Müttern an ihre Töchter weitergegeben würden, unterbrochen seien.

Das Buch „Aramäisch kochen“ vereint viele dieser Rezepte.

Saliba Celik stammt aus der Türkei, lebt seit seinem vierten Lebensjahr in Deutschland und wuchs in Lispenhausen und Bebra auf. Seit einigen Jahren lebt der 34-Jährige in Fulda und arbeitet dort bei einer Internetfirma.

Vor drei Jahren begann das Projekt Kochbuch. Celiks Schwägerin Lama Dursun ist eine, die das Kochen noch von klein auf bei ihrer Mutter gelernt hat. „Kein einziger Buchstabe war niedergeschrieben“, erinnert sich Celik. Es begann ein anstrengender Prozess: Dursun kochte, ihre Tochter Maria Aslan notierte die Rezepte für mehr als 70 Gerichte.

Saliba Celik besorgte Gestalter, Lektoren, einen Fotografen - und das alles bei einem nur kleinen Budget. Und Celik trug die einleitenden Texte bei. Sie erläutern, dass Glaube und Esskultur eng verbunden sind: „Eine Mahlzeit zu sich zu nehmen, ohne Gott dabei zu berücksichtigen, ist für die syrisch-orthodoxen Aramäer nicht vorstellbar.“

Das Ergebnis der mehrjährigen Arbeit ist ein umfangreiches und übersichtlich gestaltetes Kochbuch für Salate, Suppen, Vor- und Nachspeisen und sogar Getränke. Ansprechende Fotos machen Appetit auf gefüllte Weinblätter mit Hackfleisch, auf Kichererbsensuppe, Lammbraten oder süße Hefebrötchen. Bilder veranschaulichen Handgriffe bei der Zubereitung, die schwer zu erklären sind.

Hülsenfrüchte wie Linsen oder Kichererbsen sind wichtige Bestandteile der Ernährung, außerdem Bulgur, also Weizengrütze. Reich an Gemüse wie Auberginen oder Tomaten ist die aramäische Küche.

Gewürze wie Pfefferminz, Petersilie oder bunter Pfeffer spielen eine große Rolle. Celiks eigenes Lieblingsgericht zeigt das Titelbild des Kochbuchs: gefülte Bulgurtaschen mit Hackfleisch. Ideal würden die Taschen in der Pfanne kurz angebraten. Dann schmeckten sie herzhaft und saftig, schwärmt Celik.

„Aramäisch kochen“ - erschienen im Selbstverlag, 160 Seiten, 19,90 Euro

Von Achim Meyer

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