Metallbauer aus Leidenschaft

Hartes Eisen wird gefügig: Azubi-Landessieger Fabian Krehahn weiß mit Metall umzugehen

Lehrmeister mit ehemaligen Lehrling an der Standbohrmaschine: Martin Hinz (links) von Metallverarbeitung Hinz in Bebra brachte Fabian Krehahn vieles bei. Jetzt wurde der 20-Jährige Landessieger der Metallbauer in der Konstruktionstechnik. Foto:  V. Fischer

Bebra. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, heißt es im Volksmund. Besonders während einer Ausbildung wird jungen Menschen viel abverlangt. Wir stellen die besten Azubis des Landes aus unserer Region vor. Dieses Mal ist es Fabian Krehahn aus Bebra. Er ist der Herr der Metalle.

Während seine Kumpels einem Fußball hinterherjagten oder auf die Mattscheibe starrten, hatte Fabian Krehahn als Kind ein ganz anderes Hobby: die Kunstschmiede. Seine Leidenschaft für die Verarbeitung von Eisen, Kupfer und anderen Metallen machte er schließlich vor dreieinhalb Jahren zum Beruf - mit Erfolg.

Denn nach der Ausbildung darf sich der 20 Jahre alte Krehahn jetzt Landessieger der Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik nennen. Beim Leistungswettbewerb des hessischen Handwerks wurde er ausgezeichnet. Gelernt hatte er bei dem Bebraer Betrieb Metallverarbeitung Hinz. „Schon als Knirps habe ich es geliebt in der Dorfschmiede unseres Nachbarn zu knotsen“, erklärt der frisch gekürte Landessieger, der aus Braunhausen stammt. Knotsen heißt bei Krehahn: etwas kleines schmieden, zusammenbauen, basteln.

Die Ausbildung

Während der 20-Jährige von den Aufgaben eines Metallbauers spricht, bewegen sich seine Hände unentwegt mit, verbinden sich, zeichnen Linien nach, machen Drehbewegungen. Der junge Mann ist mit Leib und Seele Handwerker und bei der Metallverarbeitungen in seinem Element. „Dieses Handwerk wird immer gebraucht“, gibt Krehahn zur Antwort, wenn man ihn nach seiner Profession fragt.

Mit der Fachrichtung Konstruktionstechnik ist er für eine riesige Bandbreite in der Metallverarbeitung zuständig. Das geht von selbstgeschmiedeten Balkon- oder Treppengeländer über das Bauen von Maschinen, Befestigen von Bauelementen bis hin zum Entwerfen und Umsetzen von Kunstfiguren.

In seinem Ausbildungsbetrieb hatte Krehahn auch die Möglichkeit, all das auszuprobieren und umzusetzen. „Ich hatte meist freie Hand, konnte mich entfalten und selbstständig Projekte organisieren“, berichtet er von seinem Alltag in den großen Hallen am Bebraer Stadtrand.

Angeleitet wurde er von seinem Lehrmeister Martin Hinz, der seit fünf Jahren Werkstattleiter ist und vor einem Jahr den Betrieb von seiner Mutter übernommen hat.

Der Auszubildende

Über seinen ehemaligen Lehrling hat Hinz nur Gutes zu berichten: Anders als viele junge Menschen heutzutage habe der 20-Jährige vollen Einsatz gezeigt. Da ist die Rede von Eigeninitiative und guter Auffassungsgabe. Er habe mitangepackt, wenn es Not tat. Kein Wunder also, dass Krehahn Landessieger wurde: Auch in der Berufsschule habe er Gas gegeben. Mit Eifer lernte er chemische Zusammensetzungen, Statikberechnung und das Auswerten von technischen Unterlagen.

Doch wer denkt, dass Fabian Krehahn jetzt den Meister macht, der irrt. Er sattelt nämlich völlig um: Im Anschluss an die Metallbauer-Ausbildung startete er eine neue Ausbildung, und zwar zum Landwirt. Diese absolviert er im familieneigenen Betrieb in Braunhausen.

Den Traum vom Metallbau hat er aber nicht aufgegeben. Wenn alles klappt, hofft er auf eine Weiterbildung zum Meister, vielleicht sogar wieder bei Hinz. Und wenn die Zeit und das nötige Geld stimmen, dann möchte er eine eigene Schmiede aufbauen. Denn nichts gehe über das Gefühl, Metalle aller Art nach den eigenen Wünschen zu formen.

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