Kritik an Hassl und  Reifschneider überschattet Haushaltdiskussion

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Bürgermeister Uwe Hassl

Bebra. Harsche Kritik kam am Donnerstag während der Stadtverordnetenversammlung in Bebra von allen Seiten am Auftritt von Bürgermeister Uwe Hassl während des Neujahrsempfangs.

Auch der erste Mann seiner neuen Unterstützerpartei, der FWG, wurde hart angegangen.

Klaus Reifschneider ging allerdings auf die Anwürfe überhaupt nicht ein und blickte währenddessen in seine Unterlagen. Hassl war zur Etatdiskussion nicht anwesend - er hatte sich krank gemeldet.

Zu Beginn hatte Stadtverordnetenvorsteher Herbert Börner eine Erklärung des Magistrats vorgelesen. Darin verwahrte sich der Magistrat gegen die in der Öffentlichkeit von Klaus Reifschneider erhobenen Vorwürfe der „Mauscheleien, Rechtsverstöße, Undurchsichtigkeiten und vielen verwaltungsgesteuerten Schikanen im Rathaus.“ Der Magistrat stelle sich ausdrücklich vor die Beschäftigten der Verwaltung und deren Arbeit, erklärte Börner.

Das hätten die Mitarbeiter im Rathaus nicht verdient, bekräftigte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Strippel und forderte Reifschneider auf, sich zu entschuldigen, „wenn Sie noch ein bisschen Rückgrat haben“. Dieser jedoch reagierte nicht.

Reifschneider hatte kürzlich in einer Pressemitteilung die - längst vor Gericht widerlegten - Vorwürfe auf die Zeit von Altbürgermeister Horst Groß (CDU) bezogen und weiter erklärt, der FWG-Slogan bedeute nun „Freie Wähler Gemeinsam mit dem Bürgermeister“. Hassl verdiene Rückendeckung und müsse gegen „beschämende Angriffe aus unterschiedlichen Lagern verteidigt“ werden.

Uwe Hassl, der als parteiloser Bürgermeister gewählt worden ist, hatte die Versammlung der Freien Wähler geleitet, als die FWG ihre Kandidaten für die Kommunalwahl kürte. Spitzenkandidat ist Reifschneider. Auch Patrick Hassl kandidiert auf der Liste der FWG. Beim Neujahrsempfang hatte der Bürgermeister schon dazu aufgerufen, bei der Kommunalwahl am 6. März Gruppierungen zu wählen, die ihn unterstützen.

Das Auftreten Hassls beim Empfang missbilligten die Stadtverordneten mit deutlichen Worten. Von einer „hochpeinlichen Veranstaltung“ sprach der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerhard Schneider-Rose. Eine Stunde habe man sich anhören müssen, „was unser Bürgermeister alles geleistet“ hat. „Und es gab nicht eine von Uwe Hassl im letzten Jahr erlebte Niederlage, die nicht noch einmal aufgewärmt wurde mit der Botschaft: Die anderen sind doof, und ich habe doch recht.“ Er werde an einer solchen Selbstbeweihräucherung nicht noch einmal teilnehmen, sagte Schneider-Rose.

Es gehe um die Stadt, betonte auch Volkmar Hanf, Fraktionsvorsitzender von Gemeinsam für Bebra (GfB). „Wir alle haben gemeinsam viel vorangebracht in den letzten zehn Jahren“, sagte er weiter, „auch wir ehrenamtlichen Mandatsträger und der alte und der neue Bürgermeister.“

„Bebra steht nicht gut da“ - so wandelte Hanf seinen oft verwendeten Lieblingssatz „Bebra steht gut da“ ab. Grund sei ein Virus, das Hassl eingeschleppt habe: Das Ich ersetze das Wir. Personenkult aber sei gefährlich für jedes Gemeinwesen, sagte Hanf: „Wir erwarten etwas mehr Demut, sonst schaden Sie unserer Stadt.“

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