Für Schüler mit ausländischen Wurzeln

Bebra: Start-Stipendiat Sahin Türe engagiert sich in Schule und Politik

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Vielseitige Aktivitäten: Sahin Türe ist ehemaliger Schulsprecher, jetziger Klassen- und Jahrgangssprecher sowie stellvertretender Kreisvorsitzender der Schüler-Union Hersfeld-Rotenburg. Dazu gibt er ehrenamtlich Nachhilfe und betreut die Ferienspiele Bebra.

Bebra. Sahin Türe ist Gymnasialzweigsprecher der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg, engagiert sich für Schüler in der Politik und übernimmt die Betreuung bei den Ferienspielen. Nicht zuletzt für so viel Einsatz hat er das Start-Stipendium für Schüler mit ausländischen Wurzeln erhalten.

Während der Zeit auf der Brüder-Grimm-Gesamtschule in Bebra war Sahin Schulsprecher, Schulsanitäter und Hausaufgabenhelfer. Nachdem er den Gymnasialzweig der Gesamtschule in der 10. Klasse mit einem Notendurchschnitt von 1,2 verlassen hatte, strebt er an der Jakob-Grimm-Schule das Abitur an. In der 13. Klasse möchte er dann wieder Schulsprecher werden. Wegen seines sozialen Engagements und seinen guten schulischen Leistungen ist Sahin einer von 28 jungen Leuten, die in das hessiche Stipendienprogramm Start für Schüler mit ausländischen Wurzeln aufgenommen wurden. Sahin hat sich selbst für das Stipendium beworben, nachdem er durch den vorigen Schulsprecher der Gesamtschule in Bebra darauf aufmerksam gemacht wurde. Drei bis vier Wochen nach einem Auswahlgespräch in Frankfurt kam der lang ersehnte Brief mit der Zusage des Stipendiums.

Klischees über Migranten 

„Das Stipendium macht deutlich, dass die Klischees über Kinder von Migranten nicht wahr sein müssen“, erzählt Sahin. „Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Aber bei Treffen der Stipendiaten sind wir sehr viele mit einem Notendurchschnitt von 2,5 oder besser.“

Erst vor Kurzem trafen sich alle 160 Jugendlichen, die das Start-Stipendium bereits erhalten haben. „Ich kann das Stipendium nur empfehlen. Man wird super unterstützt“, erklärt Sahin. „Junge Migranten sollten keine Angst haben, sich zu bewerben. Versuchen kann man es - von nichts kommt nichts.“ Sahins Lieblingsfächer sind Mathe sowie Politik und Wirtschaft, die er auch später als Leistungskurse belegen möchte. Auch politisch ist er sehr engagiert. Zusammen mit einem Freund gründete er im Dezember 2013 die Schüler-Union Hersfeld-Rotenburg, die die Interessen von Schülern im Kreis vertritt und in der er selbst stellvertretender Vorsitzender ist. „In jedem Kreis gab es bereits eine Schüler-Union, nur in unserem noch nicht“, berichtet der 16-Jährige. „Mittlerweile sind wir fast 70 Schüler, die sich in der Politik engagieren.“

Neben seinem politischen Engagement ist Sahin auch Betreuer der Ferienspiele in Bebra. Dort spielt er zum Beispiel mit den Jungs Fußball und arbeitet als Trainer und Schiedsrichter. Seit fünf Jahren ist Sahin selbst im Fußballverein Breitenbach/Haselgrund am Ball. Weiterhin gibt der Gymnasiast vor allem seinen Freunden ehrenamtliche Nachhilfe. Auf die Frage, ob neben so vielen Aktivitäten noch Zeit für Hobbys bleibt, antwortet der Schüler lachend: „Ich plane alles sehr gut. Die Nachhilfe lässt sich ja mit dem Freunde-Treffen kombinieren.“

Bereits jetzt hat Sahin feste Vorstellungen von seiner Zukunft. „Ich möchte Arzt werden und mich nebenbei mit Politik beschäftigen.“ Nun freut er sich auf die nächsten Bildungsseminare des Studienprogramms.

Von Franziska Sell

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