Ungewöhnliches Material: Arno Ring malt Kunstwerke aus Sand

Ungewöhnliches Material: Täglich malt Arno Ring in seinem kleinen Atelier an den Sandgemälden. Hier arbeitet er gerade an einem Bild des Taj Mahal in Indien. Fotos: Birmes

Gilfershausen. Von Weitem sehen Arno Rings Bilder aus wie in Öl gemalt. Erst wenn man näher herankommt, erkennt man die feinen Körnchen, aus denen sie bestehen: Denn Arno Ring malt mit Sand.

Der 62-Jährige aus Gilfershausen erschafft detailgetreue Gemälde, indem er verschiedenfarbigen Sand mit einem feinen Pinsel auf einen Untergrund mit Leim malt.

„Die Kunst ist es, mit der passenden Sandmischung zu arbeiten und natürlich die richtigen Schattierungen hinzubekommen. Die passende Kombination des Sandes ist mein Geheimnis“, erzählt Arno Ring. Durch den Einsatz von Holz und Steinen würde zusätzlich ein 3-D-Effekt entstehen. Damit könnten auch echt wirkende Bachläufe oder kleine Mauern dargestellt werden. Erst vor Kurzem hat der Künstler mit dieser Technik eine kleine Kopie der Dorfkirche Gilfershausen angefertigt.

Bei seiner Arbeit hilft ihm seine Berufserfahrung als Einzelhandelskaufmann:„Ich wurde in der Zeit ein Spezialist für Farben. In diesen 36 Jahren habe ich ein Talent dafür entwickelt, welche Töne gut aussehen“.

Vielfältige Motive

Besonders stolz ist der Rentner darauf, der einzige Sandmaler in der Umgebung zu sein: „Ich habe überall nachgeschaut, aber es scheint kein anderer mit dem Material zu arbeiten.“

Ob eine Lokomotive, eine toskanische Landschaft oder auch das Abbild des Lieblingstieres: Auf ein bestimmtes Motiv ist Arno Ring nicht festgelegt. Seine Inspiration holt sich der Hobbykünstler auf den Spaziergängen mit seinem Hund, aber er nimmt auch gern Wünsche entgegen: „Ich brauche als Vorlage lediglich ein Foto oder ein anderes Bild. Wenn es farblich möglich ist, mache ich es. Nur Gesichter sind zu schwierig, um sie in Sand zu malen“, erklärt der Rentner. Wer ein eigenes Sandgemälde haben möchte, könne gerne vorbeikommen und seine Arbeit anschauen.

Für detailreiche Werke, wie eine Landschaft mit Bäumen, braucht er dabei schon zwischen vier und sechs Wochen: „Es ist eben eine filigrane Arbeit, und zwischendurch muss das Bild immer wieder trocknen.“

Haus in fünf Tagen

Ein Haus oder andere einfachere Motive könne er hingegen schon innerhalb von vier bis fünf Tagen malen. Ohne die Hilfe seiner Frau, die ihm den Rücken freihält, könne er dieses aufwendige Hobby aber nicht ausleben, erzählt Ring. Immerhin sitze er mehrere Stunden am Tag in seinem kleinen Atelier.

Dabei gebe ihm die Arbeit auch etwas zurück: „Neben der Tatsache, dass ich eine Beschäftigung habe, entspannt mich meine Kunst. Wenn ich male, dann bin ich frei von Sorgen.“

Von Melinda Birmes

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