Viel Beifall für Idee

Ausbildungsbahnhof: Stadt will historische Gebäude für Schulungszwecke anbieten

Der Bahnhof im Abendlicht: links der Lokschuppen II mit Schornstein, rechts das Inselgebäude und dahinter der Wasserturm. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Bebra. Der historische Bahnhof Bebra mit dem Inselgebäude würde sich gut als Internationale Ausbildungs- und Schulungsstätte für Lokführer und Service-Personal eignen. In diesem Punkt waren sich alle Stadtverordneten am Donnerstagabend einig. Sie unterstützten daher einen entsprechenden Antrag der FDP-BFB-Fraktion, den Bodo Breitbart (FDP) vorgelegt hatte. Der Antrag war zuvor auf Vorschlag der CDU-Fraktion in einigen Punkten geändert worden. Hier hatten sich die Sozialdemokraten bei der Abstimmung enthalten.

Die Stadt soll nun mit der Bahn AG und privaten Eisenbahnunternehmen verhandeln, um im Bahnhof Bebra und dort vor allem im Inselgebäude eine Schulungsstätte prüfen zu lassen. Das Gebäude soll bis 2020 saniert sein, nach Nutzungsmöglichkeiten wird derzeit gesucht.

Breitbart hatte erklärt, 300 am Eisenbahnmarkt aktive Unternehmen hätten massive Personalprobleme, allein bei der DB würden etwa 1000 Lokführer gesucht. Auch im Bereich Service, Instandhaltung und Wartung werde Personal benötigt. In Bebra stünden Gleiskapazitäten für Ausbildungszwecke zur Verfügung, im Lokschuppen 1 sei die Werkstatt noch weitgehend intakt, das Inselgebäude biete sich für Büros und Verpflegung an. Bezahlbarer Wohnraum stünde ebenfalls zur Verfügung. Breitbart schlägt vor, auch Flüchtlinge hier auszubilden. Nicht zuletzt würden mit einer Ausbildungsstätte Arbeitsplätze geschaffen.

„Da kann was draus werden“

Für die CDU-Fraktion unterstützte Michael Gauler die vorgestellte Idee. Ein Schulungszentrum würde in Bebra auch eine Tradition wiederbeleben, sagte er mit Hinweis auf die Lehrwerkstatt im Bahnbetriebswerk und die Bundesbahnschule an der Eisenacher Straße bis Ende der 1980er-Jahre. Da die DB bereits in Fulda eine Ausbildungsstätte habe, sollte mit privaten Eisenbahnunternehmen gesprochen werden. Bezüglich des Inselgebäudes solle man auch über eine Vermarktung in Teilen nachdenken.

Von einem guten Vorschlag sprach Gerhard Schneider-Rose (SPD). Er meinte, die Idee sei schwierig umzusetzen, man wolle aber, dass sie weiterverfolgt werde. Gerold Tenert (Gemeinsam), selbst Lokführer von Beruf, fühlte sich wie im Märchen von 1000 und einer Nacht. Die DB habe bereits elf Ausbildungszentren. Die Chance sei sehr gering, aber man stimme mit Blick auf andere Unternehmen zu. Von einer sinnvollen, guten Nutzung sprach Klaus Reifschneider in der von Herbert Börner geleiteten Sitzung und meinte: „Da kann was draus werden.“

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