Der Amtsinhaber schätzt die Freiheit und entspannt am liebsten auf dem Motorrad

Kandidaten-Porträt vor der Bürgermeisterwahl: Thomas Fehling

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Fühlt sich in der Nähe der Stiftsruine besonders wohl: Bürgermeisterkandidat Thomas Fehling auf der Terrasse des „Foyers im Grünen“, im Hintergrund die Festspiel-Spielstätte. „Das ist ein Ort, der mich besonders bewegt“, sagt der 48-Jährige.

Bad Hersfeld. Manch einer mag Bürgermeister Thomas Fehling für einen Technokraten halten, für den Wissenschaft und Technik den Takt vorgeben. Doch der 48-Jährige, der nun erneut kandidiert, kann auch anders: Wenn er von seiner Ehefrau spricht, leuchten seine Augen, dem Alltag entflieht er am liebsten auf dem Motorrad, und als junger Mann trat er als Punker mit Irokesenschnitt in Erscheinung.

In mir wohnt ein Freiheitskämpfer“, schreibt Fehling auf seiner Internetseite zur Wahl. „Ich tue mich schwer damit, Regeln zu akzeptieren, wenn sie mir nicht schlüssig erscheinen“, erklärt er und begründet damit heute auch seine rebellische Phase in der Jugend.

Kreativ sein, etwas neues ausprobieren, das sei ihm wichtig, auch als Bürgermeister. Die Entscheidung, vor sechs Jahren angetreten zu sein, habe er nie bereut, aber mitunter angezweifelt. Denn „der Preis für mich und meine Familie ist sehr hoch“, sagt Fehling. Der Bürgermeisterjob ermögliche kaum Privatleben, alles werde beobachtet und kommentiert. Das hätte auch seine Familie zu spüren bekommen.

Sein Privatleben möchte der 48-Jährige deshalb schützen, so gut es geht. „Homestorys gibt es bei mir nicht“, erklärt Fehling, der zum Gesprächstermin im Stiftspark Gläser und Wasser mitgebracht hat. Gefühle zeigt der amtierende Bürgermeister in der Öffentlichkeit trotzdem: Lolls 2013 machte er seiner Lebensgefährtin vor aller Augen und Ohren einen Heiratsantrag. „Das Lullusfest bedeutet mir sehr viel. Das war ein besonderer Moment für einen besonderen Satz“, erinnert sich Fehling schmunzelnd, der damals auch Mut bewies.

Gemeinsame Leidenschaft

Denn übers Heiraten gesprochen hatte das Paar bis dato nicht, und der einzige, der von dem Vorhaben gewusst habe, sei Hund Kurt gewesen. „Da war schon ein gewisses Risiko dabei, aber meine Intuition war richtig“, gesteht der Rathauschef und lacht. Gefunkt habe es übrigens bei einem Gespräch über die gemeinsame Leidenschaft, das Tiefschneefahren – im Sommer bei 30 Grad. „Meine Frau ist sportlich sehr aktiv und animiert mich mitzumachen“, so Fehling.

In den vergangenen Monaten seien Aktivitäten wie Joggen oder Radfahren allerdings zu kurz gekommen. Für die erneute Kandidatur habe er sich nach mehreren Nächten des Nachdenkens entschieden, sagt Fehling. Entscheidend seien dabei auch der Ausgang der Kommunalwahl und die veränderten Mehrheitsverhältnisse im Stadtparlament gewesen. „Wir haben zuletzt viel Positives angestoßen und einiges vorangebracht“, sagt der Rathauschef mit Blick auf die Festspiele, den Schilde-Park oder den Autohof. „Es macht wieder Spaß. Noch einmal gegen eine Betonwand laufen, das hätte ich mir nicht angetan.“

Abschalten kann Fehling beim Motorradfahren. „Ich fahre seit meinem 16. Lebensjahr, aber die schnellen Zeiten sind vorbei. Mit dem Helm auf dem Kopf kann ich ganz gemütlich dem Alltagsstress entkommen.“

Sein „Tekkie-Image“ ist dem Diplom-Wirtschaftsinformatiker bewusst. Damit könne er aber leben. Denn richtig eingesetzt biete moderne Technik viele Chancen, auch für „sein“ Bad Hersfeld. (nm)

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