Tatjana Kröger machte auf ihrer Reise Station am Mount Everest

Auf dem Dach der Welt

Fast auf dem Dach der Welt: Tatjana Kröger schoss diese Aufnahme im Basiscamp am Mount Everest. Foto: Kröger/nh

Rotenburg. Mit der dünnen Luft hatte sie zu kämpfen, aber die atemberaubende Landschaft Tibets ist diese Tortur wert. Die Obersuhlerin Tatjana Kröger hat auf ihrer Reise nach Singapur und zurück auf dem Landweg das Himalya-Gebirge erreicht und schickte uns von dort einen weiteren Reisebericht:

„Was soll man sagen über den berühmten Potala-Palast, der in Lhasa, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Tibet, dreizehn Stockwerke hoch an den Himmel zu stoßen scheint? Fest steht, dass ich noch nie ein Gebäude gesehen habe, das seine gesamte Umgebung so sehr beherrscht. Täglich vollführen Tausende tibetischer Pilger hier die „kora“, den Pilgergang um einen geheiligten buddhistischen Ort; um den Potala-Palast ist er mehrere Kilometer lang. Die meisten Pilger tragen Handgebetsmühlen auf einem Stab bei sich, die dauernd gedreht werden müssen, weshalb sie manchmal an der Seite in einem Stützgürtel stecken.

Die länglichen gelben Laibe, die in den winzigen Läden an der Palastmauer verkauft werden, sind Yakbutter: Die fensterlosen tibetischen Klöster werden allein durch Butterlampen erhellt, große Metallgefäße, für die die Pilger Yakbutter und Dochte als Spenden mitbringen.

59 Stunden im Zug

Der größte Teil Tibets ist eine trockene Hochebene, die auf über 4000 Metern liegt. Die Anreise mit dem Zug in 59 Stunden war mühsam, doch ersparte sie mir die Höhenkrankheit. Das Treppensteigen jedoch bleibt in der dünnen Luft eine Tortur. Die Landschaft Tibets ist herb-schön und unglaublich malerisch in ihrer Kargheit und Wildheit, mit tiefblauen Seen zwischen kahlen Gebirgszügen, Canyons, flachen Gletscherflüssen und den blendend weißen Gipfeln des Himalaya in der Ferne.

Gebetsfahnen

Auf Pässen und an Brücken wehen an langen Schnüren zahllose buddhistische Gebetsfahnen in Grün, Weiß, Blau, Rot und Gelb. Gebetsfahnen stecken auch auf den vier Ecktürmchen der tibetischen Häuser; immer wieder tauchen kleine Dörfer in Oasen von Feldern auf.

Das wichtigste Grundnahrungsmittel ist Gerste, das einzige Getreide, das auch noch in solchen Höhen gedeiht. Noch vor Sonnenaufgang gibt es in einem winzigen Lokal, dessen Einrichtung aus ein paar sofaähnlichen Bänken und zwei schön bemalten Tischkästen besteht, das typische tibetische Frühstück: Tsampa – puderfein gemahlenes bräunliches Gerstenmehl. Angerührt wird es mit Tee, der mit Salz, Milch und Yakbutter versetzt ist. Noch Stunden später spüre ich, wie sich das Tsampa immer weiter in meinem Magen ausbreitet; die ideale Nahrung für Rucksacktouristen.“ (red/ysy) UNTEN

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