Hohe Zahl körperlich-anstrengender Jobs treibt Statistik hoch

Waldhessen sind weiter am häufigsten krank

Hersfeld-Rotenburg. Die Kreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner haben weiterhin den höchsten Krankenstand in Hessen. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK hervor.

Der Krankenstand liegt demnach in der Region bei fünf Prozent, im Hessenschnitt aber nur bei 4,2 Prozent. Das bedeutet, dass bei uns an jedem Tag in 2015 von 1000 Arbeitnehmern 50 krankgeschrieben waren.

Gegenüber dem Vorjahr ist dieser Wert gleichgeblieben. Auffällig sei aber, dass auch im Schwalm-Eder-Kreis der Krankenstand inzwischen bei fünf Prozent liege, der im vergangenen Jahr noch 4,5 Prozent verzeichnete, erläutert Harald Schmidt, Leiter des DAK-Service-Centers für Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner.

Grund dafür sei die ländliche Struktur dieser Kreise und die hohe Zahl von Menschen, die in körperlich anstrengenden Berufen arbeite. In Frankfurt am Main liegt der Krankenstand beispielsweise nur bei 3,6 Prozent.

Nach wie vor erkranken in der Region die meisten Menschen am Muskel-Skelett-System und den Atemwegen. Allerdings belegen inzwischen die psychischen Erkrankungen den dritten Platz in der Statistik. „Man geht mit psychischen Erkrankungen inzwischen offener um als früher“, erklärt Schmidt diese Zunahme.

Für den aktuellen Gesundheitsreport hat die DAK auch untersucht, wie sich der Krankenstand von Männern und Frauen unterscheidet. Tendenziell sind hessenweit Frauen häufiger, aber nicht länger krank geschrieben als Männer (wir berichteten). Nicht so in Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner: In beiden Kreisen liegen die Männer und Frauen nahezu gleich auf. Auch dies führt Schmidt auf die Art der Beschäftigung zurück.

So falle es bei gesundheitlichen Beschwerden leichter, trotzdem ins Büro zu gehen. Bei schwere körperlicher Arbeit, etwa in der Logistik, geht das meist nicht. (kai)

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Rubriklistenbild: © dpa

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