Ein Dorf liebt seine Kirche

Förderkreis der Johanneskirche in Oberellenbach sammelte 81 000 Euro für Sanierung

Bald soll das Dach der evangelischen Kirche in Oberellenbach wieder in neuem Glanz erstrahlen: Darüber freuen sich (von links) Zimmermeister Thomas Rudolph, Ilse Kambach (Ortskirchenausschuss), Nicole Brand (Kirchenvorstand), Reinhard Kerst (Vorsitzender des Kirchenvorstands) sowie Volker Nöting (Förderkreissprecher). Fotos: V. Fischer

Oberellenbach. Risse im Gemäuer, morsche Dachbalken, gebrochene Wehrmauer: Um die evangelische Johanneskirche in Oberellenbach ist es nicht gut bestellt. Doch die Oberellenbacher haben ein Herz für ihre Kirche. Gemeindemitglieder und Vereine spendeten jetzt 81 000 für die Sanierung.

Das 494 Jahre alte Gebäude musste schon mehrfach ausgebessert werden. Zuletzt drohten vor zwei Jahren die Wände auseinanderzugehen. Querbefestigungen halten die Kirche derzeit zusammen.

Doch diese vereinzelten Notarbeiten reichten der evangelischen Kirchengemeinde nicht mehr aus. 2008 wurde ein Förderkreis gegründet, um eine Finanzierungshilfe für die Sanierung zu schaffen. Das damalige Ziel: 30 000 Euro.

Dieses Ziel wurde jetzt zur Freude des Kirchenvorstands und des Förderkreises bei weitem übertroffen. Mittlerweile seien 81 000 Euro zusammengekommen, berichtet der Sprecher des Förderkreises, Volker Nöting. Und das Beste daran: Die Summe könnte verdoppelt werden. Denn die Landeskirche hat einen Erhaltungsfonds, mit dem sie Innenrenovierungen und Orgelsanierungen bei denkmalgeschützten Kirchen fördert und vorhandenes Kapital verdoppelt.

In diesen Genuss könnte auch die Kirche in Oberellenbach kommen, erklärt Pfarrer Dirk Kroker. Zwar werde im Dezember erst darüber entschieden, doch man sei sehr zuversichtlich. Von den 190 000 Euro, die für die Innensanierung kalkuliert wurden, hätte die Kirchengemeinde dann schon 162 000 Euro zusammen, freut sich Reinhard Kerst, Vorsitzender des Kirchenvorstands. Und das alles durch den Einsatz der Kirchengemeinde.

Insgesamt 26 Spendenveranstaltungen wie Konzerte und Basare hat der Förderkreis organisiert, Mitglieder der Kirche sind von Haus zu Haus gegangen, um für ihr Vorhaben zu werben, Vereine spendeten große Summen.

Doch bevor die Innensanierung starten kann, wird erst einmal von außen gewerkelt. Das Dachgebälk ist morsch, die fünf Meter langen Schweller aus Holz instabil, die Runddecke hat Risse.

Jetzt ist Zimmermeister Thomas Rudolph aus Mansbach mit seinen Gesellen dabei, die Balken zu erneuern und dem Dach wieder Stabilität zu geben. Bis Ende des Jahres sollen die Außenarbeiten beendet sein. Nächstes Jahr folgt dann der Innenausbau sowie, als dritte Bauphase, die Arbeiten an der Wehrmauer.

Und weil die Gemeinde alles für ihre Kirche tun würde, nimmt sie sogar Gottesdienste im Pfarrsaal des Gemeindehauses in Kauf – so lange die Arbeiten währen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.