Untersuchungen müssen häufiger angemahnt werden

Eltern im Kreis Hersfeld-Rotenburg nachlässig bei Vorsorgepflicht

Hersfeld-Rotenburg. Das Hessische Kindervorsorgezentrum (KVZ) hat im vergangenen Jahr das Jugendamt im Kreis Hersfeld-Rotenburg häufiger wegen der so genannten U-Untersuchungen kontaktiert als in den Vorjahren.

Diese Form der Vorsorgeuntersuchung für Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr ist seit 2008 Pflicht. Wenn Eltern ihr trotz Erinnerung nicht nachkommen, meldet das KVZ das Versäumnis dem Jugendamt.

Im Landkreis leben etwa 5550 Kinder, die unter sechs Jahre alt sind. Im vergangenen Jahr fehlten dem KVZ Nachweise über 370 Untersuchungen. 2013 waren es nur 224. Weil Eltern aus dem Kreis Untersuchungen auch im benachbarten Thüringen vornehmen lassen, ist die Säumnisrate allerdings deutlich geringer.

In 217 (2015) beziehungsweise 201 Fällen (2013) waren die Kinder tatsächlich nicht untersucht worden. Das geht aus Statistiken des KVZ und des Jugendamtes hervor.

Letzteres erklärt die gestiegene Zahl der Meldungen mit dem erhöhten Anteil ausländischer Kinder. Mangelnde Sprachkenntnisse und mangelndes Sprachverständnis würden auch in Zukunft dem entgegenstehen, dass die U-Untersuchungen für ein gesundes Aufwachsen der Kinder im Landkreis ganz ohne Erinnerung und Aufforderung der Eltern erfolgen werde, heißt es in einer Pressemitteilung des Jugendamtes auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Abweichung zwischen Meldungen und tatsächlich versäumten Untersuchungen zeige aber auch, dass das Meldesystem verbesserungswürdig sei. Im Vergleich zum benachbarten Werra-Meißner-Kreis ist die Untersuchungsrate besser. Dort mussten im vergangenen Jahr 8,8 Prozent der Untersuchungen gemeldet werde, in Hersfeld-Rotenburg waren es nur 6,7 Prozent – jeweils vor Bereinigung der Statistik. (lad)

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Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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