Projekt von Kreishandwerkerschaft und Landkreis erfolgreich

Erste Flüchtlinge stehen vor der Gesellenprüfung

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Hier wird geübt: Zu Besuch in der Lehrbaustelle in Bebra waren die Verantwortlichen für das Flüchtlingsprojekt. Unser Bild zeigt von links Teweldemedkin Haide, Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker, Hubert Lorenz, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft, Anna Peters, Koordinatorin für Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen, Tesfit Habla Welderufad, Meron Berhane Gebreigziabler, Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, Ausbilder Paul Bierwirth.

Hersfeld-Rotenburg. Was vor drei Jahren als bundesweites Pilotprojekt im Landkreis gestartet ist, trägt nun Früchte: Die ersten Flüchtlinge im Bauhandwerk bereiten sich gerade auf ihre Gesellenprüfung vor.

Kreishandwerkerschaft und Landkreis hatten das Projekt angestoßen, finanziell gefördert wird es von der Europäischen Union und vom Bund. Ziel war und ist es, gleich zwei Probleme in Angriff zu nehmen: Dem Bauhandwerk fehlt der Nachwuchs, Flüchtlinge und Asylbewerber brauchen Arbeit und Integration. Heute räumen die Beteiligten ein, dass sie sich die Umsetzung der Initiative einfacher vorgestellt hatten. „Wir waren ein bisschen blauäugig“, sagt Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker. Sprachprobleme und unterschiedliche Mentalitäten forderten enorme Anstrengungen auf Seiten der Ausbilder und Betreuer sowie der Flüchtlinge.

Dennoch: Etwa 50 junge Männer im Alter zwischen 17 und 30 Jahren wurden seit 2013 in fünfmonatigen Lehrgängen im Berufsbildungszentrum Osthessen (BBO) in Bebra auf eine Ausbildung im Bauhandwerk vorbereitet. Wer sich im Lehrgang bewährt und ihn durchgehalten hat, wird zu Praktika an Bauunternehmen in der Region vermittelt. Wenn dort alles passt, können die jungen Flüchtlinge eine Ausbildung beginnen. Die Kreishandwerkerschaft empfiehlt dabei zunächst einen Vertrag über eine zweijährige Ausbildung zum Facharbeiter, die gegebenenfalls noch ausgeweitet werden kann. Allein im vergangenen Jahr wurden neun Flüchtlinge in Ausbildung vermittelt.

In diesem Jahr wollen zwei Flüchtlinge ihre dreijährige Ausbildung mit der Gesellenprüfung abschließen. Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, zuständige Dezernentin beim Landkreis, spricht von einer niedrigschwelligen, unbürokratischen Chance zur Integration und zum selbstständigen Leben, die sich auch unter Flüchtlingen schon positiv herumgesprochen habe. (sis)

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