Diskussion um Übergriffe von Köln

Facebook-Eintrag von Bürgermeister Fehling löst heftige Debatte aus

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Bürgermeister Thomas Fehling.

Bad Hersfeld. Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling hat sich am Wochenende auf Facebook zu den Übergriffen von Köln geäußert und damit eine heftige Diskussion ausgelöst.

„Offenbar stehen doch einige der Flüchtlinge in vollem Saft und strotzen nur so vor überschüssiger Energie“, hatte Fehling am Samstagmittag bei Facebook geschrieben. „Da stelle ich mir die Frage, warum kommen diese „Drückeberger“ in unser Land und treten unsere Kultur mit Füßen anstelle zu Hause für ihr Land und ihre Familie zu kämpfen? Das wäre m.E. richtig männlich“, schrieb Fehling weiter.

Zuletzt aktualisiert um 14.45 Uhr. 

Nachdem er für diese Äußerungen kritisiert wurde, ergänzte der diese Aussage und erklärte, dass damit „die Kriminellen gemeint sind, die in der Silvesternacht in Köln, Hamburg und in anderen Orten Frauen belästigt, angegriffen oder sogar vergewaltigt hatten.“

Fehling erhielt viel Zuspruch für seine Äußerungen, auch aus Kreisen der Kommunalpolitik. Es gab aber auch kritische Stimmen. So wurde ihm beispielsweise „geistige Brandstiftung“ vorgeworfen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung wollte sich Bürgermeister Fehling nicht zu seinem Facebook-Kommentar äußern. „Er habe sich als Privatmann auf seiner privaten Facebook-Seite und nicht als Bürgermeister von Bad Hersfeld geäußert“, erklärte Stadtsprecher Maik Ebert.

Offenbar stehen doch einige der Flüchtlinge in vollem Saft und strotzen nur so vor überschüssiger Energie. Da stelle ich...

Posted by Thomas Fehling on Samstag, 9. Januar 2016

 

Offizielle Pressemitteilung der Stadt Bad Hersfeld vom 11. Januar

'Auf seiner privaten Facebook-Seite hat sich Thomas Fehling, Bürgermeister der Kreisstadt Bad Hersfeld, am Wochenende zu den Silvester-Vorfällen in Köln und anderen Städten geäußert. Neben viel Zustimmung hat dies auch zu Irritationen und Kritik in den sozialen Netzwerken geführt. Dazu hat sich Thomas Fehling in einer ergänzenden Stellungnahme geäußert: „In meinen Facebook-Einträgen habe ich mich ausschließlich zu den Übergriffen aus der Silvesternacht in Köln oder Hamburg zu Wort gemeldet.

Egal ob Flüchtlingsstatus oder Migrationshintergrund: Hier war in den konkreten Fällen aus meiner Sicht eine Akzeptanzgrenze weit überschritten. Meine persönlichen Äußerungen haben hingegen auch zu Irritationen in den sozialen Netzwerken geführt, als wolle ich einer generellen Verurteilung oder gar einer Kriminalisierung von Asylbewerbern oder Flüchtlingen Vorschub leisten. Dies war ganz sicher nicht meine Absicht. Wer mich persönlich und meinen internationalen Lebenshintergrund kennt, dem ist bekannt, dass ich lange Zeit in anderen Ländern gearbeitet habe und sehr wohl um die Bedeutung ganz anderer Werthaltungen und Kulturen weiß. Aufnahme und Zusammenleben setzt meines Erachtens Anstrengungen auf beiden Seiten voraus – bei denen, die da sind und bei denen, die kommen. Nur dies führt zu gegenseitigem Verstehen.

Auch in meiner Funktion als Bürgermeister der Kreisstadt Bad Hersfeld habe ich mich ich in den vergangenen Monaten stets für den toleranten Umgang mit Asylbewerbern und Flüchtlingen und ihre Integration in unserer Stadt eingesetzt. Sowohl bei der Einrichtung einer Erstaufnahmeeinrichtung als auch bei der längerfristigen Eingliederung von Flüchtlingen in unserer Stadt habe habe ich eigene Initiativen der Stadtverwaltung umgesetzt und auch entsprechende Aktivitäten Dritter aktiv unterstützt. Dieser Lebenseinstellung und politischen Haltung fühle ich mich nach wie vor verpflichtet. Ich habe vor Ort in Bad Hersfeld erlebt, dass viele der Flüchtlinge sehr dankbar für die Hilfe sind, die sie hier erfahren.

Und ich habe ebenso erlebt, dass sie sich im Gegenzug ernsthaft bemühen, sich auf die in unserem Land geltenden Gepflogenheiten und Normen einzulassen. Dieses Bemühen wurde aber von einzelnen Kriminellen in Köln mit Füßen getreten. Dafür kann ich keinerlei Verständnis aufbringen - nur darum ging es mir.'

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