Neurologe will übernehmen

Facharzt für Praxis im Rotenburger MVZ gefunden: HKZ muss zustimmen

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Medizinisches Versorgungszentrum im Kreiskrankenhaus Rotenburg: Ein Neurologe will laut KKH-Geschäftsführung die Praxis übernehmen.

Rotenburg. Patienten in Rotenburg bangten in den vergangenen Wochen um die ambulante neurologische Versorgung in Rotenburg. Bisher haben sie eine Anlaufstelle im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) am Kreiskrankenhaus. Jetzt könnte sich die Lage ändern.

Im MVZ gibt es einige Stunden pro Woche Sprechstunden eines Neurologen des Herz- und Kreislaufzentrums. Bis heute stehen die drei Neurologen Dr. Andreas Nachtmann, Dr. Zoltan Jakubovich und Dr. Peter Mattausch auf einem Schild an der Eingangstür des MVZ, aber nur Jakubovich ist noch stundenweise zur ambulanten Sprechstunde anwesend. Seine beiden Kollegen sind gar nicht mehr am HKZ tätig und daher auch nicht im MVZ, Nachtmann schon seit Jahresbeginn nicht mehr.

Mit Jakubovich verlässt nun auch der letzte Neurologe das HKZ und wird ab September auch keine Sprechzeiten mehr im MVZ halten. Vonseiten des Kreiskrankenhauses (KKH) möchte man die neurologische Versorgung aufrechterhalten und hat auch schon eine Lösung: „Wir haben einen Neurologen, der die Praxis übernehmen möchte“, sagt KKH-Geschäftsführer Ulrich Hornstein, und fügt hinzu „an fünf Tagen pro Woche“.

Das wäre eine erhebliche Ausweitung des Angebots denn die Neurologen des HKZ kamen nur für wenige Stunden ins MVZ. Wenn es nach Hornstein geht, würde der Sitz umgehend wieder besetzt. Er kann aber dem Neurologen, der die Praxis im MVZ übernehmen möchte, nur in Absprache mit dem HKZ zusagen. Verhandlungen mit dem HKZ laufen, erklärte Ulrich Hornstein auf Anfrage.

„Wir suchen gemeinsam nach einer Lösung, um den Sitz zu besetzen“, verspricht auch Ulrich Meier, Geschäftsführer des HKZ. Man sei froh, wenn man Ärzte bekomme, die dauerhaft auf dem Land bleiben wollten. „Wir stehen einer Lösung nicht im Wege.“ Eine Rivalität gebe es nicht. Die Besetzung der neurologischen Praxis durch Ärzte des HKZ ist laut Hornstein vertraglich geregelt, das KKH gesellschaftsrechtlich an das HKZ gebunden. 

Das HKZ bildet seit April eine Einheit mit dem Klinikum Bad Hersfeld – beide sind jetzt unter einem Dach, dem neuen „Klinikum Hersfeld-Rotenburg“. Die neue Holding will auch das Kreiskrankenhaus Rotenburg unter dieses Dach holen. Das ist bisher aber nicht gelungen. Am HKZ soll nach der Schließung der zertifizierten Schlaganfalleinheit die neurologische Reha – also die Behandlung von Patienten im Anschluss an die Akutbehandlung – ausgebaut werden.

Dazu werden dringend Ärzte gebraucht. Prof. Markus Horn, Chefarzt der Neurologie am Klinikum in Bad Hersfeld, soll die Aufgabe des Chefarztes auch am HKZ übernehmen – sowohl der Neurologischen Reha als auch der Geriatrie, die neu aufgebaut werden soll. 

Ärzte aus dem Klinikum Bad Hersfeld sollen im HKZ eingesetzt werden. Von MS bis Schlaganfall Neurologen behandeln unter anderem Patienten mit Volkskrankheiten wie Polyneuropathie und Migräne, aber auch mit Parkinson oder Multipler Sklerose (MS). In der Klinik behandeln sie unter anderem Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Verletzungen und Gehirntumore.

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