Problem ist Unternehmensform

Verhandlungen zwischen den Krankenhäusern

Hersfeld-Rotenburg. Fusionsgespräche führen in dieser Woche die drei Kliniken im Kreis: das Klinikum in Bad Hersfeld, das Herz- und Kreislaufzentrum und das Kreiskrankenhaus Rotenburg.

Die Geschäftsführer verhandeln über eine Zusammenarbeit und die Frage: Wer macht wo was, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende des HKZ, Peter Klufmöller. Er sieht hier keine Probleme, die nicht zu lösen wären.

Man sei aber nach wie vor an einem im Kreis abgestimmten medizinischen Angebot interessiert. Die Zusammenarbeit des HKZ mit dem KKH sei exzellent. Deshalb werde man „bei allem, was wir machen, auf das KKH Rücksicht nehmen“, so Klufmöller.

Problematisch würden aber die Verhandlungen über die künftige Gesellschaftsform. Darum solle es im Dezember gehen. Mit der Zusammenführung von drei Häusern eines kommunalen Trägers, eines privatwirtschftlich geführten HKZ mit 800 Eigentümern und des von einem christlichen Verein, der Diakonie, betriebenen KKH könne man einen Stab von Juristen beschäftigen. Klufmöller berichtete auf Wunsch der FDP über die Entwicklung im Kreis, nachdem auf Druck der Öffentlichkeit Fusionsgespräche mit Fulda und Alsfeld zunächst ausgesetzt worden sind. Zu Gast im HKZ waren der FDP-Kreisvorsitzende Werner David, die Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Inge Bartholomäus, Ortsvereinsvorsitzender Bodo Breitbart aus Bebra sowie Schatzmeister René Wucherpfennig. Die künftige Gesellschaftsform sei schwierig, weil der Kreistag vor den Verhandlungen eine kommunale Trägerschaft als gGmbH festgelegt habe.

Das HKZ, das zu den großen Arbeitgebern der Region gehört, operiert pro Jahr 1500 Patienten am Herzen. Nur jeder sechste komme aus dem Kreis, erklärte Klufmöller. Die anderen kommen aus den Nachbarkreisen, Mittelhessen, Göttingen und Thüringen. Besorgt habe man im Sommer die Fusionsgespräche zwischen Bad Hersfeld, Alsfeld und Fulda zur Kenntnis genommen. Käme eine solche Fusion zustande, wäre Hersfeld gezwungen, die Herzpatienten nach Fulda zu schicken, meinte Klufmöller.

Das umgehend ausgeschlagene Angebot des HKZ, das Klinikum zu kaufen, wäre der schnellste Weg zur Fusion gewesen. „Wir hatten Investoren“, betonte Klufmöller vor den Gästen. Das Klinikum müsse nun laut Kreistagsbeschluss kommunal bleiben. Das müsse man akzeptieren. „Daran gibt es nichts zu rütteln.“

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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