Kristiane Menke geht zum Schuljahrende

Leiterin verlässt Rotenburger Heinrich-Auel-Schule

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Lieber im Kreis der Schüler: Kristiane Menke, zweite von rechts, lässt sich mit denen fotografieren, denen sie ihr Berufsleben gewidmet hat. Hier sitzt sie mit Patrick, Linda und Nicole in der Mensa der Rotenburger Heinrich-Auel-Schule.

Rotenburg. Ihre Tage als Leiterin der Heinrich-Auel-Schule und des Beratungs- und Förderzentrums (BFZ) in Rotenburg sind gezählt: Kristiane Menke geht zum Schuljahresende in den Ruhestand. Eigentlich.

Uneigentlich arbeitet sie im nächsten Schuljahr noch elf Stunden wöchentlich weiter als Lehrerin für Kinder mit besonderem Förderbedarf an der Lindenschule in Heinebach. Kristiane Menke weiß zum einen natürlich um die mehr als angespannte Personalsituation an der Heinrich-Auel-Schule und am BFZ, wo seit Jahren Förderschullehrer fehlen - aktuell sind es fünf. Zum anderen fühlt sie sich „irgendwie nicht pensionsreif“. Dabei ist sie, die 66-Jährige, schon ein Jahr länger im Dienst als sie müsste.

Arbeit im Bereich Inklusion

1999 hat sie in Rotenburg als Grundstufenleiterin begonnen, seit 2001 ist sie Leiterin der Schule, deren Schülerzahl sich trotz Inklusion auf einem relativ hohen Niveau bei 115 eingependelt hat. Inklusion, also das Bemühen, Kinder mit Beeinträchtigungen beim Lernen, im Verhalten oder im körperlichen Bereich an Regelschulen zu unterrichten, ist zum wichtigsten Bestandteil ihrer Arbeit geworden - mit allen Widrigkeiten angesichts der personellen Lage, die sie managen muss. Grundsätzlich sollen Förderschulen durch Inklusion überflüssig werden. Doch Kristiane Menke glaubt, dass so manchen förderbedürftigen Kinder das Lernen in dieser besonderen Schulform besser gelingt.

Die Pädagogin hat eigentlich drei Berufe: Sie ist gelernte Bankkauffrau, hat sich zur Keramikerin ausbilden lassen und später eben zur Förderschullehrerin.

Psychologiestudium

Die fast ehemalige und die künftige Leiterin der Heinrich-Auel-Schule: Sabine Flegel, links, löst Kristiane Menke ab.

Zu ihrem letzten Beruf ist sie eher zufällig gekommen, erzählt sie: Sie hatte in Göttingen Psychologie studiert und musste mit ihrer Familie nach Hannover umziehen. Dort konnte sie ihr Studium nicht fortsetzen und wechselte deshalb in den Förderschulbereich - wegen des hohen Psychologieanteils. „Hinter jedem Problem steckt eine Ursache“, deshalb befasst sie sich gern mit Diagnostik. „Wenn ein Kind nur wenig lernen kann, muss man nach den Ursachen suchen und dort mit der Förderung ansetzen“, sagt sie. Nicht immer erreichen die Lehrer ihr Ziel - trotz des hohen Maßes an Engagement, das sie ihren Kollegen bescheinigt. „Wir retten in der Schule nicht die Welt“, musste sie feststellen. Es gebe Familien, die Hilfe zur Erziehung brauchen, aber fehlende Ressourcen ließen das zu oft nicht zu.

Auch viel Positives hat die scheidende Schulleiterin erlebt: Zum Beispiel Schüler, die ihren Weg gemacht haben und heute selbstbewusst im Beruf stehen. Wenn diese sich dann nach Jahren für die Unterstützung in ihrer Schule bedanken, freut das Menke.

Über Menkes Werdegang und was sie sich für ihre Kollegen wünscht, gibt es in der gedruckten Freitagausgabe unserer Zeitung und im E-Paper zu lesen.

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