Ein Haus für 500 Lieblinge: Ton- und Rundfunkmuseum in Cornberg eröffnet

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Mario Darmanns ganzer Stolz: Alte Ton- und Radioanlagen,

Cornberg. Geschichtsträchtige Volksempfänger aus den 30er-Jahren reihen sich an Musiktruhen aus den 60ern. Schallplatten, Grammophone und auch Röhrenradios so weit das Auge reicht. Etwa 500 alte Musik- und Rundfunkgeräte sind es an der Zahl. Diese Schätzchen gibt es ab Donnerstag in Mario Darmanns Ton- und Rundfunkmuseum in Cornberg zu sehen.

Der Sammler

Es gibt viele Menschen, die etwas sammeln: Nippes, Postkarten oder Vasen. Der 56-jährige Mario Darmann aus Cornberg gehört dazu. Schon als Kind packte ihn die Sammelleidenschaft. Zur Konfirmation bekam er ein kleines Radio geschenkt. Die Technik des Rundfunkempfängers begeisterte ihn restlos. Wie sehr die Begeisterung bis heute noch anhält, zeigt die Menge an alten Schätzchen in seinem Museum. Doch wer meint, dass Darmanns Herz nur für Musik- und Radiogeräte schlägt, der irrt.

Auch für alte Konfirmationsfotos hat der gelernte Bäcker und Konditor ein Faible. Lange Zeit sammelte er in der Nachbarschaft Konfirmationsbilder ab den 50er-Jahren und machte Fotobücher daraus. Die Gemeinde dankte, denn so kamen längst verloren geglaubte Aufnahmen wieder zum Vorschein. Tritt man in das Haus des 56-Jährigen, zeigt sich eine weitere Leidenschaft. Und zwar die für Kuckucksuhren. Auch Nähmaschinen aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts hat er mal gesammelt, aber viele von den Stücken mittlerweile weggeworfen. „Der Platz im Haus reichte nicht aus“, erklärt Darmann. Seine geliebten Jukeboxen und Plattenspieler wird dieses Schicksal so schnell nicht ereilen. Vor zwei Jahren kaufte der Rentner das Nachbarhaus. Nach der Renovierung haben seine etwa 500 Sammelstücke dort ein neues Zuhause gefunden.

Die Sammelstücke

In Darmanns Museum gibt es eine Menge an alten Abspiel- und Empfangsgeräten zu sehen. Dicht an dicht stehen antiquierte Radios neben Plattenspielern. Auch eine selbstgebastelte Videoclip-Jukebox ist zu finden. Sie spielt nicht nur das gewünschte Lied, sondern zeigt auf einem integrierten Bildschirm das passende Video dazu.

Darmanns Lieblingsgerät ist aber derzeit der Phonograph. „Es ist das erste Musikgerät, das überhaupt erfunden wurde“, berichtet der Sammler. Das war Ende des 19. Jahrhunderts. Auf dem zweiten Platz rangiert das Polyphon. Es wurde kurz nach dem Phonographen entwickelt und spielte erstmals Platten ab. Diese waren aus Blech, in die Löcher für den Ton gestanzt wurde. Ein Musikstück dauerte in der Regel eine Minute.

Fragt man Darmann nach weiteren Lieblingsstücken, fällt es ihm sichtlich schwer, eins zu benennen. „Weil mir alle etwas wert sind“, gibt er als Antwort. Besonders stolz ist er aber auf die Jukebox, die er in seinem Wohnzimmer stehen hat. Die hat er sich eigens aus Amerika herbeischaffen lassen. Und dass das gute Stück wieder wunderbar funktioniert, das stellt Darmann mit einem rockigen Musiktitel gleich unter Beweis.

Die vielen Altgeräte, die er geschenkt bekommt oder bei Haushaltsauflösungen findet, bringt der Vater von drei erwachsenen Söhnen selbst in Schuss. In seinem Keller hat er sich eine kleine Werkstatt eingerichtet. Professionell gelernt hat er die Reparatur von alten Geräten nicht. Als er aber zehn Jahre lang als Automatenaufsteller gearbeitet hat, hat er sich vieles angeeignet. Doch beim Reparieren der alten Schätzchen bleibt es meist nicht. Auch die in Schuss gebrachten Radios und Co. müssen immer wieder angeschaltet und überprüft werden. „Laufen sie über längere Zeit nicht, kann es sein, dass sie kaputt gehen“, erklärt Darmann. Daher kommt er einmal am Tag in sein Museum und schaltet abwechselnd die Ton- und Rundfunkgeräte an. Worauf er aber gerne verzichten könnte, ist das Staubputzen dieser vielen Geräte. „Man fängt in einer Ecke an zu wischen und wenn man endlich fertig ist, kann man von vorne anfangen“, sagt der 56-Jährige und lacht.

Kontakt: www.md-cornberg.de

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