Martina Köbberich vom Verein Wuwis reist für fünf Wochen nach Simbabwe

Helfen ohne Umwege

Ein Koffer voller Hilfe: Martina Köbberich, Dritte von links, hat vor ihrer Abreise nach Simbabwe Hilfsgüter eingepackt. Bei ihr von links Nicole Schilling und Anke Hanstein sowie rechts Ulrike Hein vom Lispenhäuser Verein Wuwis. Foto: Düsterhöft

Lispenhausen. Wenn Martina Köbberich aus Lispenhausen am Sonntag in ein Flugzeug Richtung Simbabwe steigt, sind ihre Koffer und Taschen prall gefüllt.

Nicht mit Kleidung für einen erlebnisreichen Safariurlaub, sondern mit Hilfsgütern. Papier und Stifte wird sie dabeihaben und auch Unterwäsche, Hosen und Schuhe für bedürftige Kinder.

„Ich will Hilfsgüter ins Land bringen, mir dort ein Bild vom Leben der Kinder und Jugendlichen machen und schauen, was wir noch alles für sie tun können“, sagt Martina Köbberich.

Mit „Wir“ meint sie die Mitglieder des Lispenhäuser Vereins „Wir unterstützen Waisenkinder in Simbabwe“, kurz Wuwis. Der Verein wurde Ende 2008 gegründet, um in dem südafrikanischen Land Kinder und Jugendliche zu unterstützen, die ohne Hilfe von außerhalb vor dem Nichts stünden: ohne Familie, ohne Geld, ohne Bildung.

Wuwis entstand, nachdem die heutige Vorsitzende Nicole Schilling von den katastrophalen Verhältnissen im südafrikanischen Land gehört hatte. Petra Krumpen, die in Lispenhausen Jugenddiakonin war und heute in Simbabwe lebt und arbeitet, schilderte Nicole Schilling damals die Lage im Land am Telefon. Sie erzählte von einem Waisenhaus für Kinder, deren Eltern an Aids gestorben waren. Die Kinder seien stark traumatisiert, überall sei Schmutz, alles stinke nach Urin und Fäkalien.

Schilling war schockiert - und beschloss umgehend zu helfen: Sie sammelte zunächst privat Spenden und gründete später mit einigen Lispenhäusern den Verein Wuwis. Mittlerweile hat der Verein schon einiges bewegt: Bei Benefizkonzerten und Basaren wurde Geld gesammelt, Patenschaften für einige der Waisenkinder wurden vermittelt.

„Wir alle müssen Verantwortung für Afrika übernehmen.“

Martina Köbberich

Auch zahlreiche Hilfsgüter haben die Lispenhäuser Helfer gesammelt. „Der Transport nach Simbabwe ist allerdings ein großes Problem“, sagt Wuwis-Mitglied Anke Hanstein. „Einige der Päckchen, die wir verschickt haben, waren ein ganzes Jahr lang unterwegs“, erzählt sie. Die Reise von Martina Köbberich sei daher eine gute Gelegenheit, den Kindern und Jugendlichen Hilfsgüter ohne Umwege zukommen zu lassen.

Wuwis-Vorsitzende Nicole Schilling wünscht sich aber auch, dass Martina Köbberich etwas aus Simbabwe mitbringt: Erfahrungen und Eindrücke, die für die Hilfsarbeit im fernen Deutschland wichtig sind. Und auch Petra Krumpen, die von Anfang an die Hilfe aus Lispenhausen und der Region in Simbabwe koordiniert hat, erhofft sich von Köbberichs Besuch neue Impulse für ihre Arbeit.

„Es wird sicherlich eindrucksvoll“, sagt Martina Köbberich mit Blick auf ihren fünfwöchigen Afrika-Aufenthalt. Sie freue sich darauf, die Lebensbedingungen der Menschen direkt kennen zu lernen - um danach noch mehr helfen zu können: „Wir alle müssen Verantwortung für Afrika übernehmen“, sagt sie. HINTERGRUND

Von Stefan Düsterhöft

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