Viele Angebote im Landkreis auch für muslimische Flüchtlinge

Weihnachten kennt keine Glaubensgrenzen

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Hersfeld-Rotenburg. Viele Flüchtlinge aus muslimischen Ländern erleben in diesem Jahr ihr erstes deutsches Weihnachtsfest. Für sie gibt es viele private Einladungen, aber auch Angebote für gemeinsame kirchliche Feiern.

„Weihnachten ist zwar ein christliches Fest, aber es ist offen für alle Konfessionen“, erklärt Pröpstin Sabine Kropf-Brandau. Die christliche Tradition werde niemandem aufgezwungen, aber es sei eine gute Gelegenheit, um in den Dialog zu treten. Weihnachten sei das ideale Fest für eine gelebte Willkommenskultur. „Auch Maria und Josef waren Flüchtlinge“, erinnert die Pröpstin. Zu Weihnachten stünde die Kirche deshalb natürlich auch für Asylsuchende offen.

Der Leiter des Fachdienstes Migration, Frank Hildebrand, hat festgestellt, dass es bei den muslimischen Flüchtlingen keine Berührungsängste mit dem Weihnachtsfest gebe. „Die meisten wissen, dass es für uns ein hoher Feiertag ist, und respektieren die Bedeutung“. So stünde etwa im Asylbewerberheim Immensee in Ronshausen ein Weihnachtsbaum. In der Unterkunft des Kreises in Ransbach werden an Heiligabend gemeinsam mit Flüchtlingen Waffeln gebacken. Die Teilnahme an den Feiern sei aber freiwillig.

Keine Weihnachtsfeier gibt es indes in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in der Alheimer-Kaserne in Rotenburg. „Wir wollen hier keine Religion vorgeben“, erklärt der Leiter, Thomas Baader. Allerdings gebe es außerhalb der Kaserne genug Angebote für Flüchtlinge, über die in der Einrichtung auch informiert wird.

Für den Vorsitzenden der türkisch-islamischen Gemeinde in Bad Hersfeld, Yalcin Solak, spricht nichts dagegen, wenn Muslime und Christen zusammen Weihnachten feiern. „Religiöse Feiertage muss man respektieren“, sagt er. Aus diesem Grund lade seine Gemeinde regelmäßig Christen zum Fastenbrechen im Ramadanin die Moschee ein. (kai)

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