Wochenendporträt: Horst Groß war 18 Jahre Bürgermeister in Bebra

Bebra. Er ist kein Kind von Traurigkeit, und das ist auch sein Erfolgsrezept: „Mein ganzes Leben hat mir bisher Spaß gemacht“, sagt Horst Groß. „Nur mit Freude an den Dingen lässt sich was bewegen.“

Bewegt hat er und hat ihn in 18 Jahren als Bürgermeister und zuvor in 19 Jahren als Ortsvorsteher in Gilfershausen vieles. Die Modernisierung des Bahnhofs Bebra, die Innenstadtbelebung und die Stadtsanierung II gehören zu den ganz wichtigen Projekten in Bebra, die lange Jahre vorbereitet wurden und bei denen „dicke Bretter gebohrt“ werden mussten, wie Horst Groß sagt. Fertig wird die Groß-Baustelle Bebra allerdings erst in der Amtszeit seines Nachfolgers Uwe Hassl.

„Das alles geht nicht allein“, betont Horst Groß. „Ohne funktionierende Familie und motivierte Mitarbeiter geht das nicht.“ Auch heute würde Groß rückblickend kaum etwas anders machen, außer „vielleicht den einen oder anderen mal früher in den Arsch treten.“ Sagt’s und lacht.

Seine offene Art hat ihm immer geholfen, schon als er als junger Mann bei der Zoll-Passkontrolle war und mit vielen Menschen zu tun hatte. Zurückhaltung ist für ihn ein Fremdwort, Respekt vor hohen Tieren kennt Groß nicht. Gerne schwärmt er von all den Begegnungen mit bekannten Sportlern wie Franz Beckenbauer, José Mourinho oder Petra Behle. Schäuble und Seehofer hat er die Meinung gesagt und sogar Angela Merkel in die Seite gekniffen.

In den Ruhestand geht er mit Narrenkappe und Bier in der Hand: In Gilfershausen ist Karneval, und er ist seit 34 Jahren der Karnevalspräsident. Aber auch nach Aschermittwoch wird ihm nicht langweilig werden, denn vor Ehrenämtern hat er sich nie gedrückt.

Als junger Mann hätte er „auch als Fußballer was reißen können“, hat drei Jahre in der Landesliga gespielt. Mit 17 war er Mitbegründer des Gilfershäuser Fußballvereins, war 25 Jahre dessen Vorsitzender und ist es jetzt wieder. Keine Frage, dass der 67-Jährige auch heute noch in der Waldhessen-Ratself spielt.

Auch politisch geht es weiter: als Mitglied im Kreistag und im Landesvorstand der kommunalpolitischen Vereinigung der CDU, wo er mit vielen Ministern per Du ist. Dass der tägliche Termindruck wegfällt, darauf freut sich Horst Groß. Doch alles andere hat er gerne gemacht: Seit 50 Jahren – zusammen mit anderen – etwas für die Bürger zu bewegen.

Im Winter Skifahren und im Sommer zwei Wochen Kroatien – am liebsten mit der Groß-Familie samt Enkelin Anastasia – das lieben Horst und Brigitte Groß. Doch künftig nur noch Urlaub ist nicht ihre Sache. Brigitte Groß wird weiter berufstätig bleiben, „damit ich Zeit zum Staubsaugen habe“, sagt ihr Mann. Und lacht.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.