Imkerverein Blumenstein richtete vor 25 Jahren seinen Lehrbienenstand ein

Bosserode. „Romeo schläft, Julia wartet!" Was sich anhört wie ein Code für ein geheimes Treffen oder eine Lösegeldübergabe, brachte im Jahr 1990 die Mitglieder des Imkervereins Blumenstein in Wildeck auf die Beine.

Mit Werkzeug und vor allem jeder Menge Enthusiasmus machten sie sich auf in den Wald oberhalb von Wildeck-Bosserode. Ein Arbeitseinsatz am Lehrbienenstand war angesagt.

Gunther Koch, seit einem Vierteljahrhundert Vorsitzender des Vereins, löst das Rätsel. „Romeo war der damals schon stillgelegte Posten der US-Armee in der Nähe der ehemaligen innerdeutschen Grenze. In der Nähe stand das Häuschen, das wir zum Lehrbienenstand und Vereinsheim ausbauen wollten. Da haben wir es einfach Julia genannt.“ Undin diesem Jahr wird Julia runde 25 Jahre alt.

Ziemlich jugendlich kommt sie daher. Dem Haus sieht man an, das es gut gepflegt ist. Innen laden Tisch und Stühle zum gemütlichen Beisammensein, ein Ofen spendet auch im Winter Wärme. Küchenzeile und Kühlschrank lassen ahnen, dass dort oben noch niemand verhungert oder verdurstet ist.

1600 Stunden

„1600 Stunden Eigenleistung haben unsere Mitglieder da reingesteckt“, ist Gunther Koch noch heute stolz auf das Haus. Ein Viertel davon leistete allein Vereinsmitglied Walter leitner, hebt Koch hervor, und Martin Weber, Schreinermeister und Initiator des Ganzen, stellte seine Maschinen zur Verfügung. Landkreis und Gemeinde Wildeck gaben Zuschüsse. „Am 9. Juli 1991 war Einweihung“, erzählt Koch, „mit einem Gottesdienst im Grünen.“

Erfahrungsaustausch

Natürlich geht es im Schulungsraum in dem Häuschen um die Bienen. Der Erfahrungsaustausch steht im Mittelpunkt: Was ist zu tun bei der Bedrohung der Bienenvölker durch schädliche Milben? Wie werden Bienenvölker erweitert oder vereint? Wie werden sie auf den Winter vorbereitet? Und nach der vereinsinternen Honigprämierung kehrt im Herbst Ruhe ein - Zeit für die Jahresnachlese.

Drei Bienenvölker des Vereins haben ebenfalls ihr Zuhause am Lehrbienenstand. „Damit wir in Theorie und Praxis schulen können“, sagt Gunther Koch. Da wird experimentiert, getüftelt und der nachwuchs geschult.

Denn den gibt es reichlicher als in manchem anderen Verein, darauf verweist Koch nicht ohne Stolz. Werbung, Schnupperkurse, ganzjährige Schulungen und für Neumitglieder sogenannte Patenschaften, also Betreuung durch erfahrene Imker - das trug Früchte. 50 Mitglieder hat der verein, zwölf mehr als vor 25 Jahren. Vor vier Jahren gab es für die Anstrengungen einen Nachwuchsförderpreis des hessischen Imkerverbands. Das Zertifikat ziert die Wand. Bei Julia.

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