Interview mit dem Leiter der Heringer Werratalschule, Michael Arendt

„Ich schaue immer nach vorne“

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Seine neue Wirkungsstätte: Seit Februar ist Michael Arendt Schulleiter der Werratalschule in Heringen.

Heringen. Seit dem 1. Februar ist Michael Arendt neuer Schulleiter der Heringer Werratalschule. Diese Personalie war umstritten.

Schulgemeinde und Kommunalpolitik hatten sich im Vorfeld dafür stark gemacht, dass die stellvertretende Schulleiterin Margret Schulz-Bödicker den Posten bekommt. Wir sprachen mit Arendt über seinen Start und die Zukunft der Schule.

In Ihren ersten Monaten als Schulleiter konnten sie sich einen Überblick verschaffen. Wie ist die Werratalschule aus Ihrer Sicht aufgestellt?

Michael Arendt: Die Werratalschule hat ein breites Angebot. Hier kann man den Hauptschul-, den Realschulabschluss, das Abitur und das Abitur zusammen mit einem beruflichen Abschluss (zum chemisch-technischen Assistenten) machen. Wir haben viele AGs, die Bläserklasse und die Forscherklasse. Die Identifikation mit der Schule ist groß. Eltern, Schüler, Lehrer und der Schulverein sind für die Werratalschule Feuer und Flamme und engagieren sich sehr stark.

Eine breite Allianz aus Schülern, Eltern und Kommunalpolitikern hätte seinerzeit lieber Margret Schulz-Bödicker auf Ihrem Posten gesehen. Fühlen Sie sich an der Schule eigentlich willkommen?

Arendt: Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Ich bin grundsätzlich niemand, der zurückblickt. Ich schaue immer nach vorne. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu sagen oder eine Klage vor Gericht einzureichen. Das ist okay.

Die Vorgeschichte belastet also auch nicht die Zusammenarbeit?

Arendt: Die Zusammenarbeit funktioniert wunderbar. Ich fühle mich hier in Heringen sehr wohl. Es ist ein sehr angenehmes Arbeiten.

Was genau hat Sie denn bewogen, aus Darmstadt nach Heringen zu wechseln?

Arendt: Mein Ziel war, irgendwann eine Gesamtschule mit Oberstufe zu leiten. Ursprünglich wollte ich das im Rhein-Main Gebiet tun. Dort hatte ich einige Schulen im Blick. Aber auch Heringen habe ich immer in Erwägung gezogen. Für mich stand fest: Wenn ich beruflich in meine Heimat zurückkehre, dann nach Heringen. Ich komme ja aus der Region. Hier gibt es nicht viele Gesamtschulen, die Hauptschule, Realschule und Abitur zu bieten haben. Dass ich zurück in die Region gegangen bin, war dann eine private Entscheidung.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte der Schule und Ihrer Arbeit?

Arendt: Es gibt viele laufende „Baustellen“. Seit Februar besteht die Intensivklasse für Flüchtlinge, deren Konzept wir weiter entwickeln müssen. Außerdem sollen der Mensa-Bereich und der Schulhof neu gestaltet werden und die Sanierung des Altbaus steht an. Das bietet viele Entwicklungsmöglichkeiten, bei denen wir als Schule mitentscheiden sollten.

In der Oberstufe werden ab dem kommenden Schuljahr Kerncurricula und Bildungsstandards eingeführt. Das bedeutet, dass die Lehrtätigkeit sich verändert und die Schulleitung den Prozess begleitet.

Vor einigen Jahren musste die Schule um ihre Oberstufe bangen. Wie ist es aktuell darum bestellt?

Arendt: Die Oberstufe ist einigermaßen stabil, aber wir bangen nach wie vor. Es könnten mehr Schüler sein. Wenn die Anzahl der Kinder in der Gegend generell zurückgeht, ist es schwer. Wir halten weiterhin Kontakt zu den Grund- und Nachbarschulen und sind in der Öffentlichkeit präsent.

Bleibt noch die Frage nach Ihrer eigenen Schulzeit: Was waren Ihre Glanzfächer und was lag Ihnen so gar nicht?

Arendt: Meine Glanzfächer waren eindeutig Mathematik und Physik. Das habe ich dann auch studiert. Weniger gelegen haben mir die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer.

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