20-Jährige vor Jugendschutzgericht

Urteil gefallen: Frau misshandelte eigenes Kind - Knochenbrüche und Prellungen

Bad Hersfeld. Weil sie ihr gerade fünf Wochen altes Kind schwer misshandelt haben sollte, musste sich eine 20-Jährige aus Bad Hersfeld vor dem Jugendschutzgericht verantworten.

Am Ende wurde die Mutter jedoch nicht für das angeklagte Verbrechen, sondern „nur“ wegen Körperverletzung in zwei Fällen verurteilt.

Die Anklage von Staatsanwältin Heike Meeuw-Wilken klang ungeheuerlich: Demnach hatte die Hersfelderin ihrem im Dezember 2014 geborenen Sohn mehrere Knochenbrüche und Prellungen zugefügt und ärztliche Ratschläge missachtet. Unterstellt wurden ein „nicht kindgerechter Umgang“ und „erhebliche Gefühllosigkeit“.

Aktualisiert um 18 Uhr.

Dass die selbst in schwierigen Verhältnissen aufgewachsene Angeklagte mit ihrem Kind „in höchstem Maße unvorsichtig umgegangen“ war, dieser Vorwurf blieb bestehen, doch böswillig sei sie nicht gewesen, attestierte die Staatsanwältin. Tatsächlich hatte die mit der Mutterrolle überforderte junge Frau das von Koliken geplagte und deshalb häufig schreiende Kind bisweilen zu ruppig behandelt – auch als sie bereits in einer Mutter/Kind-Einrichtung in Bebra lebte.

Ein gebrochenes Schienbein und eine gebrochene Schulter – angeblich bei einem versehentlichen Stoß gegen den Türrahmen entstanden – ließen sich zeitlich konkretisieren, weil die Hersfelderin ihr Kind anschließend ins Krankenhaus gebracht hatte.

Weitere Verletzungen wie etwa ein Bruch des Ellenbogens wurden erst später entdeckt. Eine vorsätzliche rohe Misshandlung des Babys war für das Gericht mit seiner Vorsitzenden Michaela Kilian-Bock nicht nachweisbar. Die teilweise geständige Angeklagte zeigte sich einsichtig und versicherte, künftig Hilfe annehmen zu wollen.

Über den Schuldspruch hinaus wurden ein sozialer Erfahrungskurs, 100 Stunden gemeinnützige Arbeit und der Besuch der psychiatrischen Ambulanz verhängt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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