Interessengemeinschaft informiert über Aktivitäten rund um die Windkraft

Ersrode und Hainrode kämpfen gegen die Umzingelung

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Stefan Braun berichtet von seinen Windmessungen.

Ersrode. Alles andere als zwergenhaft wirken die sieben Windräder des im äußersten Zipfel von Ludwigsau rund um den 524 Meter hohen Klosterstein errichteten Windparks (HEF-16). Obwohl sie deren Bau nicht verhindern konnten, wollen die Mitglieder der „Initiative Hainrode-Ersrode (IHE) für den Erhalt des heimatlichen Lebensraumes“ weitermachen und alles daran setzen, dass die beiden Orte nicht mit „bis zu 40 weiteren Windrädern umzingelt“ werden.

Das machten Stephan Braun, Christian Maul, Marie-Luise Plümpe und Markus Weide, die Berichterstatter der Initiative, bei einer von knapp 50 Interessierten aus Ludwigsau und Neuenstein besuchten, sehr sachlich verlaufenen Informationsveranstaltung im Ersröder Bürgerhaus deutlich.

Für mehr Offenheit

Ihr Tenor: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Windkraft, aber wir sind für Offenheit und Transparenz – dafür, dass gemachte Auflagen eingehalten werden – und vor allen Dingen dafür, dass die weitere Entwicklung im Einklang mit der Natur erfolgt und dass Lebensraum, der schützenswert ist, auch geschützt wird!“

Markus Weide berichtete von „Nullmessungen“, die im Innenbereich von der Gemeinde und im Außenbereich vom Projektträger Juwi veranlasst worden seien: „Damit wir später vergleichen können, wie sich der Lärmpegel entwickelt hat!“ Des Weiteren habe man regelmäßig Baustellenbesichtigungen vorgenommen, Behördenanfragen gestellt und mit eigenen Messungen darauf hingearbeitet, dass der Einhaltung von Auflagen nachgegangen werde. Mit Blick auf die Planung und Errichtung von bis zu 40 weiteren Windrädern rund um Hainrode und Ersrode unterstrich er: „Wir müssen jedes einzelne Projekt ins Auge fassen und konzentriert dagegen vorgehen!“

Christian Maul referierte über die Begehung des potentiellen Windparkgebiets Rehkopf (HEF-11), das mit Freiwilligen geradezu „durchkämmt“ worden sei, um Horste von für die Verwirklichung der Planung ausschlaggebenden Habitat-Bewohnern wie etwa Rotmilan oder Wespenbussard festzustellen und zu kartieren. Sobald das amtliche ornithologische Gutachten offengelegt werde, werde man die dortigen Feststellungen mit den eigenen vergleichen und gegebenenfalls einen Experten einschalten.

Stephan Braun berichtete, wie er mit einer kinderdrachenartigen Lenkmatte die Windstärke überprüft hat („Die ist runtergefallen wie ein nasser Sack!“) und wie seine eigene Wahrnehmungen in Widerspruch stehen zu dem vom Windparkbetreiber Juwi vorgenommenen Messungen: „Der Betreiber prüft sich selbst – was soll man denn davon halten!“

Sein Fazit: Auch mit Blick auf eine angebliche Einigung bei der Aufteilung von zwölf Anlagenstandorten bei Oberthalhausen auf die Waldgesellschaft der Riedesel und Hessen-Forst: „Es geht nur ums Geld, und weil wir unheimlich viel zu verlieren haben – eigentlich fast alles, brauchen wir Zahlen, Daten, Fakten. Nur damit können wir etwas erreichen!“

Karl Bornkessel forderte die Zuhörer letztendlich eindringlich auf, vor der für den 7. Oktober anstehenden Entscheidung der Regionalversammlung Einfluss auf die gewählten Politiker zu nehmen, „damit die nicht wieder nur die Hand heben und die Bürger übergehen!“

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