Eltern von Grundschülern beklagen Verschlechterungen nach dem Fahrplanwechsel

Der Bus sorgt für Verdruss in Kirchheim und Haunetal

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Einsteigen bitte: Ein Bus der Linie 383 ins Ibratal fährt an der Grundschule Aulatal in Kirchheim vor. Dort und in Haunetal sind die Eltern unzufrieden mit dem neuen Fahrplan.

Kirchheim/Haunetal. Die jüngste Fahrplanänderung des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) im Südwesten des Landkreises sorgt weiterhin für Unmut.

Probleme gibt es nicht nur bei den Fahrten zur Gesamtschule Niederaula (unsere Zeitung berichtete), auch Eltern von Grundschülern in Kirchheim und Haunetal beklagen Verschlechterungen. In Kirchheim war zum Schuljahresbeginn von 45-minütigen auf 60-minütige Schulstunden umgestellt worden. Seither seien die Schüler aus dem Ibratal nur zu spät an der Schule eingetroffen.

„Uns wurde mitgeteilt, dass damit nur die Zeit bis zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember überbrückt werden soll“, berichtet Nicole Meyer aus Reimboldshausen, die sich mit fünf weiteren Müttern an die Öffentlichkeit gewandt hat. Tatsächlich sei nämlich eine Verschlechterung eingetreten. Die Buslinie 383 ins Ibratal nimmt seit dem Wechsel einen Umweg über Reckerode, Goßmannsrode und Rotterterode. Das Resultat seien teilweise massive Verspätungen. Der Unterricht in Kirchheim beginnt mit einem sogenannten 30-minütigen Förderband,in dem die Kinder individuelle Aufgaben erledigen. „Bis sie auf ihrem Platz sind und die Sachen ausgepackt sind, ist diese Zeit rum“, verdeutlichen die Eltern. Das verspätete Eintreffen störe zudem die übrigen Schüler.

Um rechtzeitig anzukommen, seien die Busse teilweise vor der geplanten Abfahrtszeit losgefahren oder mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Doch selbst wenn der Bus pünktlich um 8.09 an der Grundschule eintreffe, bleibe nur eine Minute, bis zum Unterrichtsbeginn um 8.10 Uhr. Das sei zu wenig Zeit, finden die Eltern.

15 Minuten später

Für einen effektiveren Einsatz der Schulbusse war der Unterrichtsbeginn an der Haunetalschule Neukirchen um 15 Minuten nach hinten verlegt worden. Wegen der Arbeitszeiten ihrer Eltern träfen einige Kinder dadurch schon 45 Minuten vor Beginn ein, verdeutlicht die Elternbeiratsvorsitzende Ulrike Göbel. Deshalb sei eine neue Betreuungsregelung nötig geworden. Die Busschüler kämen hingegen fünf bis 15 Minuten zu spät: „Seit der Änderung können wir an einer Hand abzählen, wie oft der Bus pünktlich eingetroffen ist“, beklagt die Elternvertreterin. Die Fahrt starte bereits im Haunetal zu spät. Als weitere Gefahr hat der Elternbeirat – insbesondere bei Schnee- und Eisglätte – Zeitdruck ausgemacht. Das sei aber nicht von den Fahrern selbst verschuldet, sondern liege an der zu knapp bemessenen Fahrzeit zwischen Niederaula und Holzheim, betont Göbel.

Wenig grundschülerfreundlich sei auch die Heimfahrt: „Die Grundschüler kommen nach der fünften Stunde fast zeitgleich mit den Kindern der weiterführenden Schule aus Niederaula nach deren sechster Stunde zu Hause an. Die Verantwortlichen sollten sich mal die Zeit nehmen, unsere Kinder auf ihrem Schulweg zu begleiten, um sich von der misslichen Lage selbst ein Bild machen zu können“, fordert sie.

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