Gute Ernte, große Probleme

Kirchheimer hatte Cannabispflanzen angebaut: Bewährungsstrafe

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Drogen-Prozess

Bad Hersfeld. Zu bemängeln gab es nach der Durchsuchung nichts mehr, nur zu erklären: Weil er in seinem Ferienhaus in Kirchheim mit so großem Erfolg Cannabis angepflanzt hatte, dass der juristisch relevante Wert der „nicht geringen Menge“ überschritten war, wurde ein 42-jähriger Fleischer zu einem Jahr Freiheitsentzug verurteilt.

Das Schöffengericht in Bad Hersfeld setzte die Strafe jedoch für zwei Jahre zur Bewährung aus, verhängte aber 60 Stunden gemeinnützige Arbeit und ordnete eine Urinkontrolle an, um die vom Angeklagten behauptete Drogenabstinenz überprüfen zu können. 

Ansonsten konnte hier kurzer Prozess gemacht werden: Dass die Polizei am 23. Oktober vergangenen Jahres besagte Pflanzen und einiges mehr im Kühlschrank fand, war nicht zu bestreiten. Dass der Kirchheimer, der wegen psychischer und anderer Krankheiten am Rande der Erwerbsunfähigkeit wandelt, das Rauschgift nur zum Eigenverbrauch nutzte, stand außer Frage. Und vorbestraft war er bislang auch nicht. So waren ihm die Cannabispflanzen buchstäblich über den Kopf gewachsen, denn mit derart reicher Ernte hatte er nicht gerechnet.

Der Besuch der Polizisten und das folgende Ermittlungsverfahren hatten den Arbeitslosen jedoch zur Umkehr veranlasst: Seit jenem Tag lebt der Kirchheimer nach eigenen Angaben drogenfrei und fühlt sich dadurch auch gesundheitlich etwas besser. Das Urteil entsprach den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung und wurde im allseitigen Einvernehmen sofort rechtskräftig.

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