Auch Schusswaffen gefragt 

Pfefferspray boomt: Im Kreis wird aufgerüstet

Eine Frau schaut sich Pfefferspray an bei Till am Anger in Bebra.
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Eine Frau schaut sich Pfefferspray an im Waffengeschäft Till am Anger in Bebra.

Hersfeld-Rotenburg. Immer mehr Menschen im Landkreis rüsten sich mit Verteidigungswaffen aus. Die Nachfrage nach Pfefferspray und Beratung ist bei Händlern rasant angestiegen.

Das zeigt eine nicht repräsentative Umfrage unserer Zeitung. Auch die Zahl der Anträge auf einen sogenannten „kleinen Waffenschein“ beim Landkreis ist überproportional angewachsen. Wer den „kleinen Waffenschein“ hat, darf bestimmte Schreckschusswaffen mit sich führen. Kaufen und zu Hause haben darf man diese Waffen, sobald man volljährig ist. Wurden zwischen 2012 und 2014 noch zwischen 20 und 30 Anträge pro Jahr gestellt, so stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 70. Allein 45 Anträge wurden seit September 2015 gestellt, berichtete Kreispressesprecher Dirk Herrmann.

Dass die zunehmende Zahl von Flüchtlingen im Kreis, aber auch die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln zur rasant steigenden Nachfrage geführt hat, zeigt eine Umfrage unter Kunden und Mitarbeitern von Waffengeschäften. Da trifft man das Ehepaar, das für seine Tochter Pfefferspray besorgt, die ältere Dame, die sagt, sie traue sich kaum noch auf die Straße oder den jungen Familienvater, der erklärt, seine Frau fühle sich nicht mehr sicher. Jürgen Uhrig, der bei der Firma Carl Grebe in Bad Hersfeld im Waffenbereich arbeitet, spricht von „heftigstem Aufrüsten“. Mehr als zehn Flaschen Pfefferspray gingen täglich über den Tresen, auch die Nachfrage nach Schreckschusspistolen sei gestiegen.

Doris Böhle, die ein Jagd-, Schieß- und Angelsport-Geschäft in Bad Hersfeld betreibt, hat Angst und Verunsicherung bei Kunden registriert. Axel Till von Till am Anger in Bebra kann diesen Run auf die Waffen nicht bestätigen. Dort sei die Nachfrage nur kurz gestiegen, als die ersten Flüchtlinge in die Rotenburger Kaserne eingezogen sind.

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