Kindertagesstätten haben Probleme, Personal zu finden

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg werden Erzieherinnen und Erzieher dringend gesucht

Hersfeld-Rotenburg. Erzieherinnen und Erzieher gehören zurzeit zu den besonders gefragten Berufsgruppen. Durch den seit 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder unter drei Jahren und das Kinderförderungsgesetz (Kifög), das 2014 in Kraft getreten ist, ist der Bedarf an Erzieherinnen in Hessen enorm gestiegen. Die Folgen spüren auch die Kindertagesstätten im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

„Der Arbeitsmarkt für Erzieherinnen ist ziemlich leergefegt“, sagt Andreas Schmidt-Wecken. Der Pfarrer aus Obersuhl ist Vorsitzender des Zweckverbandes für evangelische Kindertagesstätten im Kirchenkreis Rotenburg. Auf die jüngste Stellenausschreibung für eine Fachkraft, die als Springer in den insgesamt sieben Kindertagesstätten des Zweckverbandes eingesetzt werden könnte, hat er keine einzige Bewerbung erhalten.

Personelle Engpässe kommen auch in den Kindertagesstätten in Bad Hersfeld vor, berichtet Horst Gerlich, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Generationen. Dabei habe die Stadt schon so genannte Springer eingestellt, die zur Vertretung in Urlaubs- und Krankheitsfällen eingesetzt werden. Bei größeren Krankheitswellen habe es aber auch schon Notgruppen gegeben. Dass die Personalsituation in den Kindertagesstätten schwierig ist, bestätigt auch Bürgermeister Thomas Baumann aus Ludwigsau, der gleichzeitig Sprecher der Bürgermeister im Kreis ist. Ludwigsau habe vier Einrichtungen, in denen 155 Kinder betreut werden.

Die Gemeinde hat zwei Stellen über den normalen Bedarf hinaus geschaffen. Dadurch und den Austausch untereinander gelinge es gerade eben so, den Kindergartenbetrieb aufrechtzuerhalten, berichtet Baumann. Auch er sieht eine Ursache für den derzeitigen Engpass im Kifög. Das stelle sehr hohe Personalanforderungen und habe gleichzeitig den Kreis derjenigen, die eingesetzt werden dürften, stark eingeschränkt. (zac)

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Rubriklistenbild: © dpa

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