400 Besucher nutzten den Tag der Städtebauförderung für Einblicke in Bebras Bahnhof

Lokschuppen lockte Gäste

Mit tollem Plan: Wenn es nach – von links – Robert Cavalier, Manfred Schaub und Morcos Bekheit ginge, und wenn sich ein Investor fände, könnte im hinter dem Lokschuppen gelegenen Kesselhaus eine Dampfbrauerei installiert werden.

Bebra. Auch wenn keine einzige Lok zu bestaunen ist, auch wenn alles immer noch ein bisschen trostlos aussieht, stellt man doch schnell fest, dass sich etwas getan hat, dass der lange umkämpfte Lokschuppen II gerettet ist, dass er und das Kesselhaus eine Zukunft haben.

Beim bundesweiten Tag der Städtebauförderung zog das auch viele Interessierte auf die Ostseite des Bebraer Bahnhofs. Immer wieder kommen Bäwersche und Eisenbahnfreunde aus allen Ecken des Landes, um sich ein Bild davon zu machen, was aus dem lange vernachlässigten Industriedenkmal geworden ist.

Robert Cavalier, einer der größten Aktivisten, ist voller Freude: „Jetzt bleibt es stehen!“ Eigens aus Marburg zur Information angereist sind Alfred Velde und Dr. Fritz-Joachim Hüther, die Vorsitzenden des Fördervereins „Lokschuppen Bw Marburg“. Der dortige, 16-ständige Lokschuppen ist einsturzgefährdet, aber es gibt auch in der Universitätsstadt Enthusiasten, die nicht lockerlassen wollen.

Stadtentwickler Stefan Knoche ist umringt von Neugierigen, die er anhand von Informationstafeln über die nächsten Schritte unterrichtet. Ganz in der Nähe steht Architekt Martin Ruppert aus Edertal. Er hat im wahrsten Sinne des Wortes den Hut auf, und auch er gibt bereitwillig Auskunft über die angedachten Veranstaltungsräumlichkeiten, die Bühnenplanung und von wo aus das Catering erfolgen soll. Sein Bauzeichner Nils Gallenkamp ordnet das Ganze als „eine sehr reizvolle Aufgabe“ ein – ähnlich wie Bürgermeister Uwe Hassl, der das Projekt bis zur 1250-Jahrfeier von Bebra im Jahre 2019 abschließen will: „Das muss eine Punktlandung werden.“ Und für die Zeit danach schweben dem Verwaltungschef für den Lokschuppen I und die davor gelegene Drehscheibe Ideen vor Augen.

Sebastian Jönck aus Darmstadt ist gerade bei den Schwiegereltern zu Besuch. Er vervollkommnet sein weit zurückreichendes Fotoarchiv und bedauert, dass nur zwei Gleise erhalten bleiben sollen. Das sieht Lokführer Wilfried Gerlach aus Bebra nicht viel anders. Plötzlich kommt Alfred Velde auf ihn zu: „Mensch, kennst Du mich denn nicht mehr? Wir waren doch vor über 40 Jahren zusammen in der Ausbildung!“ Erstaunen und dann große Wiedersehensfreude.

Derweil begrüßt Stefan Knoche, der die Zahl der Besucher am Ende der Veranstaltung auf etwa 400 schätzt, Bebras Unterhaltungsmusikus Olmrausch Güni und bekakelt mit ihm, wie man bei der Eröffnung musikalisch auf die Pauke hauen könnte. Für was so ein Tag der offenen Tür doch alles gut ist.

Von Wilfried Apel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.