Der Herausforderer trifft gerne schnelle Entscheidungen und hält sich mit Kickboxen fit

Kandidaten-Porträt vor der Bürgermeisterwahl: Michael Schmidt

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Technik begeistert ihn: Bürgermeistkandidat Michael Schmidt mit einem Heimcomputer der ersten Generation. „Das war auch mein erster Computer“, erinnert sich der 47-jährige Computerfachmann.

Bad Hersfeld. Michael Schmidt ist ein Mann der schnellen Entscheidung, und einer, der das Risiko nicht scheut – sofern es kalkulierbar ist. „Sonst wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin“, sagt der 47-jährige Computerfachmann selbstbewusst. Auch die Entscheidung, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren, fiel ziemlich spontan.

Nur an „kleinen Schräubchen drehen, das geht mir gegen den Strich“, so Schmidt, der diesen Vorwurf vielen Politikern macht. „Man braucht eine Vision, einen Plan.“

Eine konkrete Vorstellung für sein weiteres Leben hatte Schmidt auch als junger Mann, den es aus einer Familientradition heraus beruflich zunächst in die Pharmaziebranche verschlug. „Aber eigentlich wollte ich immer Tekkie werden, ein Nerd, das war mein Wunsch“, sagt Schmidt lachend. Schon als Kind habe er sich für Technik interessiert.

Heute sammelt er so manches „Retro-Schätzchen“ – ein Heimcomputer der ersten Generation und eine alte Schreibmaschine seines Opas H.P. Schmidt, einst Redakteur bei der HZ, befinden sich darunter.

Als Autodidakt und Quereinsteiger wagte Schmidt den Schritt in die Computerbranche. Nach einigen Jahren als freiberuflicher Berater, gründete er 2014 seine eigene Firma, die ihren Sitz im Elternhaus hat. Wer nichts wagt, der nicht gewinnt, an diesem Spruch sei wohl durchaus etwas dran, findet Schmidt, der sich selbst als Macher bezeichnet. Dabei sei sowohl Wille als auch Köpfchen gefragt.

Sein Unternehmen habe er eigenständig, ohne finanzielle Förderung, aufgebaut, berichtet der 47-Jährige beim Rundgang durch die Büroräume nicht ohne Stolz. „Ich nehme ungern Hilfe an.“

Frau glaubte an ihn

Ganz ohne jemanden, der an einen unterstützt, geht es aber natürlich nicht: „Meine Frau war damals die einzige, die an mich geglaubt hat und wir halten noch heute zusammen“, betont Schmidt, bei dem es auch privat schnell gehen kann: Seine Frau heiratete er nach einem halben Jahr, das erste Kind folgte einige Monate später. Der Arbeit wegen führt das Paar seit gut 20 Jahren eine Wochenendbeziehung, denn Schmidt ist viel unterwegs. „Das ist sehr anstrengend, aber wenn man will, geht das.“

Dass sich seine Frau um die Kinder und den Haushalt kümmert, ist für Schmidt nur konsequent. Denn einer Ganztagsbetreuung kann der 47-Jährige nichts abgewinnen. Wer sich allerdings aus dem Beruf zurückziehe, ob Mann oder Frau, sei nicht entscheidend. „Ich bin kein Patriarch und kein Macho“, erklärt der 47-Jährige.

Gegen Kompromisse ist Schmidt nicht grundsätzlich, aber „man kann nicht jedermanns Freund sein“, setzt Schmidt auf klare Kante.

Ein Vorbild ist für Schmidt neben seinem Großvater ganz klar Konrad Zuse, der als Erfinder des Computers gilt und in Bad Hersfeld produzierte. Dessen prominenten Namen würde Schmidt gerne auch für die Kreisstadt besser vermarkten.

In seiner Freizeit betreibt Schmidt seit vielen Jahren Sportkarate beziehungsweise Kickboxen – um fit zu bleiben, aber auch um sich verteidigen zu können. Seine Chancen bei der Wahl kann Schmidt nur schwer einschätzen. „In die Stichwahl zu kommen, wäre schon ein großer Erfolg“, meint der bekennende Lokalpatriot. (nm)

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