Landwirte im Kreis beklagen Qualitätseinbußen beim Getreide

Nasser Sommer schmälert die Ernte

Hersfeld-Rotenburg. Das unbeständige Sommerwetter hat für Qualitätseinbußen bei der Ernte gesorgt.

Das berichteten Kreislandwirt Horst Taube und der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Hersfeld-Rotenburg, Friedhelm Diegel, beim Erntegespräch mit unserer Zeitung auf dem Hof der Familie Wagner im Rotenburger Stadtteil Seifertshausen. Zwar seien die waldhessischen Bauern von Sturm und Hagel verschont geblieben, allerdings habe dem Getreide die Sonne gefehlt. Schon bei der Wintergerste sei das Hektolitergewicht, also das Gewicht von 100 Liter Getreide, vergleichsweise niedrig, berichtet Horst Taube. „In den Ähren waren teilweise mehr Spelzen als Körner“, verdeutlicht der Kreislandwirt. Dabei seien die Erträge – abhängig von Sorte und Standort – regional unterschiedlich ausgefallen, ergänzt Friedhelm Diegel.

Noch gravierender seien die Qualitätseinbußen beim Sommergetreide. Hier habe sich jeder Fehler – etwa unterlassene Behandlungen gegen Pilzbefall – gerächt. Zudem habe das Getreide mangels Erntewetters oft nicht zum optimalen Zeitpunkt eingebracht werden können. Ein großer Teil des Weizens und Roggens könne deshalb nicht als Brot-, sondern als Futtergetreide vermarktet werden. Auch Sommergerste und Hafer hätten in diesem Jahr kleinere und leichtere Körner ausgebildet. Als „großen Reinfall“ bezeichnet der Kreislandwirt die Erträge sogenannter Leguminosen wie Erbsen und Ackerbohnen, die als Eiweißfutter verstärkt angebaut werden sollen, das feuchte Wetter aber schlecht vertragen hätten.

Gute Erträge habe in diesem Jahr das Grünland geliefert – wenngleich es an zusammenhängenden schönen Tagen für die Heutrocknung gemangelt habe. Gut verkraftet hat die Wachstumsbedingungen hingegen der Mais: Friedhelm Diegel rechnet mit einer überdurchschnittlichen Ernte.

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