Wo hüpft Känguru Fritz herum? Besitzer aus Weißenhasel in Sorge

Weißenhasel. Es ist einen Meter groß, zwei Jahre alt und liebt Weißbrot über alles - und es hüpft derzeit durch Nentershausen: Das Känguru Fritz ist von seiner Weide in Weißenhasel ausgebüxt. Nun sucht Besitzer Heiko Ullrich verzweifelt nach seinem Fritzchen.

Vor fünf Wochen hatte sich der 32-jährige Ullrich das quirlige Beuteltier bei einem Känguruzüchter in der Nähe von Bebra-Solz gekauft. Seitdem lebt Fritz bei Ullrich auf einer Weide hinter dem Hof der Familie. Das Gelände teilt sich das Beuteltier mit fünf Tauernscheckenziegen - mit genügend Platz und Gras. Letzteres war auch der Grund, warum Ullrich sich das Beuteltier angeschafft hat.

„Fritz wurde als natürlicher Rasenmäher angeheuert“, erklärt der 32-Jährige. Denn neben Gemüse, Obst und Heu steht auch Gras auf Fritzchens Speiseplan. Da die fünf Ziegen das Gras auf der Weide nicht alleine geschafft haben und weil der Produktionstechniker bei den Conti-Werken in Bebra sowieso auf exotische Tiere steht - seit einiger Zeit züchtet er Papageien - war das Benett-Zwergkänguru genau die richtige Wahl, wie Ullrich sagt.

Känguru Fritz bleibt weiterhin verschwunden: Zum Leidwesen des Besitzers Heiko Ullrich aus Weißenhasel (Foto). Auf dem Hof der Familie lebte das Beuteltier zusammen mit fünf Tauernscheckenziegen auf einer großen Weide. Foto:  V. Fischer

Dass das Tier nun ausgebüxt ist, sei schlimm und erfülle den 32-Jährigen mit Sorge um den australischen Hüpfer. Fritz muss wohl zwischen Freitagabend und Samstagmorgen getürmt sein. Denn als Ullrich am Samstagmorgen von der Polizei über das braune Känguru auf der Hauptstraße in Weißenhasel informiert wurde und gefragt wurde, ob es seins wäre, lief Ullrich gleich zur Weide um nachzusehen. Und tatsächlich, keine Spur von Fritz. Und auch die fünf Ziegen waren nicht mehr da. Doch im Gegensatz zu dem Känguru konnten sie nicht über Hindernisse hüpfen und wurden daher wieder schnell eingefangen. Dass der Ausbruch der tierischen Gefährten überhaupt gelingen konnte, lag an einem herabgestürzten Ast, der den Weidezaun heruntergedrückt hatte, erklärt Ullrich. Mittlerweile hat er den Baum zugeschnitten und die Äste entfernt. 

Große Hoffnung, dass Fritz schnell zu ihm zurückkommt, hat der Känguru-Besitzer aber gerade nicht. Auch wenn er sich das so sehr wünscht. Die Aufmerksamkeit, die Fritzchen gerade zuteil wird, sei für das Tier Stress pur. Als Beispiel nennt er einen Autofahrer, der in einem Video hinter dem Känguru herfährt und das Tier dabei filmt. „Statt zu filmen, wäre es besser, wenn die Leute das Känguru versuchen würden einzufangen oder die Polizei über die Sichtung informieren“, sagt Ullrich.

Wer das Einfangen auf eigene Faust probieren möchte, dem rät der Känguru-Liebhaber, das etwa 13 Kilo schwere Tier am Schwanz zu packen. So könne es besser gehändelt werden. Als Anlockhilfe sei weißes Brot dabei die erste Wahl, denn darauf fährt das Zwergkänguru total ab.

Wer das Tier sehen sollte, den bittet der Känguru-Halter, sich bei der Polizei Rotenburg (Tel. 0 66 23/93 70) zu melden. Sie würde sich dann mit Ullrich in Verbindung setzen.

Ein Känguru macht das Internet unsicher

Das unter dem Spitznamen „Rasenmäher“-Känguru entflohene Beuteltier bleibt zwar weiterhin verschwunden, aber dennoch nicht ungesehen. Zusätzlich zur Berichterstattung durch diverse lokale Medien, sind auf Facebook bereits Videos aufgetaucht, die das ausgerissene Tier auf freiem Fuße zeigen. Mit rund 20 000 Aufrufen innerhalb von 17 Stunden und zahlreichen Kommentaren erregt „Fritzchen“ somit nicht nur im Nentershäuser Ortsteil Weißenhasel Aufmerksamkeit. 

Auch wenn die Videos wahrscheinlich helfen sollen, das Tier aufzuspüren, zweifeln die von Nutzern aufgeworfenen Kommentare das Filmen des verängstigten Tieres an. Außerdem wird vermehrt die Frage aufgeworfen, inwiefern das Halten eines Kängurus in Deutschland artgerecht ist. (gkn)

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