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Fünf neue Bronzefiguren schmücken das Stadtbild Rotenburgs

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Der Name fehlt noch: Bürgermeister Manfred Fehr (rechts) dankte dem Künstler Ewald Rumpf (dritter von links) für seine Figur des Arztes Moritz Katzenstein, die vor der Praxis des Zahnarztes Dr. Jochen Totzke (zweiter von rechts) steht. Ein Namensschild soll demnächst an der Büste montiert werden. Des Weiteren sind auf dem Bild (von links) Friedrich Siebert, Kerstin Schulz und Angela Pooch vom Kultur- und Touristmusverein Rotenburg.

Rotenburg. Einige sagen, er hätte Rotenburg durch seine Werke ein neues Gesicht verliehen. Manche, er belebe die Fachwerkgässchen der alten Fuldastadt und sorge nicht nur bei Touristen für Begeisterung.

Jetzt wurden die neuen Bronzefiguren des Künstlers Professor Ewald Rumpf am Steinbornbrunnen und eine Büste vor der Zahnarztpraxis im Zwickel vorgestellt.

Station Nummer eins war die Zahnarztpraxis von Dr. Jochen Totzke, deren Vorplatz nun eine Büste des Arztes Moritz Katzenstein schmückt.

Station Nummer eins war die Zahnarztpraxis von Dr. Jochen Totzke, deren Vorplatz nun eine Büste des Arztes Moritz Katzenstein schmückt. „Professor Doktor Moritz Katzenstein ist ein 1872 in diesem Haus geborener, jüdischer Arzt, der im ganzen Land Anerkennung fand“, erklärte Angela Pooch, die ehemalige Vorsitzende des Kultur- und Touristmusvereins, der eine Art Patenschaft für die Bronzefiguren Rotenburgs übernommen hat.

„Bis heute noch wird in der Herzmedizin die Katzensteinsche Methode angewendet“, sagte Pooch.

Erster Entwurf zu dick

„Ich habe das Gefühl, meine Kunst wird angenommen“, bedankte sich der Künstler Ewald Rumpf. Mit Hilfe von zwei Bildern hatte Rumpf, für den es eine Ehre war, einen jüdischen Bürger zu würdigen, die Büste des Arztes angefertigt. „Der erste Entwurf war leider etwas zu dick geraten“, sagte Rumpf und brachte damit seine Zuhörer zum Schmunzeln. Auch die neuen Figuren auf dem Steinbornbrunnen am Steinweg sind offziell übergeben worden.

Lebendiges Stadtleben

Das spielende Mädchen, die Mutter mit ihrem neugierigen Kind und der Junge, der mit seinem kleinen Hund neben sich entspannt in ein paar Büchern schmökert – die erhoffte Wirkung der Figuren ist eindeutig. „Sie sollen das Leben in der Stadt abbilden“, sagt ihr Schöpfer Ewald Rumpf. Doch die Ideen zu den lebendigen Szenen am sprudelnden Wasserspiel am Steinweg kommen nicht vom Künstler selbst. „Ich habe die Figuren auf Grundlage eines Gedichts von Marlies Ebeling, der Spenderin dieser Skulpturen, angefertigt“, berichtete Rumpf. Marlies Ebeling hatte bereits im Namen ihres verstorbenen Mannes die Marktweiberfiguren auf dem Marktplatz gespendet. Für ihre Großzügikeit bekam sie Dank und Anerkennung.

Hier können Sie das Gedicht anhören:

Gedicht

Hersfelder stand Modell

Für Nils Neumeyer war es ein besonderers aufregender Augenblick, als er auf die Skulpturen am Steinbornbrunnen traf. Der neunjährige Hersfelder hatte für die Figur des lesenden Jungen Modell gestanden. „Ich lag in unserem Garten, es war schön warm“, sagte Nils, der schon ein wenig stolz vor seinem in Bronze gegossenes Ebenbild am Steinbornbrunnen stand.

Von Juri Auel

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