Ehrenamtliches Engagement ist bei vielen Stiftungen wichtig für ein Stipendium

Nicht nur die Noten zählen

Rotenburg. Die Abiturprüfungen sind geschrieben, die Schulzeit neigt sich ihrem Ende. Für die Abiturienten heißt das, dass sie sich entscheiden müssen, was sie nun mit ihrem Leben anfangen möchten. Eine Option ist das Studium. Wer studieren möchte, benötigt Geld für den Lebensunterhalt. Dabei kann ein Stipendium helfen.

„Man muss kein Einser-Abitur haben“, sagt Geschichts- und Religionslehrer Dr. Thomas Diehl der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg. Wichtig sei, dass man sich ehrenamtlich engagiere. Er selbst war unter anderem Schiedsrichter und Jugendtrainer beim Fußball.

Bewerben können sich Interessierte gleich nach der Schule oder erst im zweiten oder dritten Semester. Bei einer Bewerbung während des Studiums sollten die Studienleistungen gut sein, für das Abitur würden sich die Stiftungen dann eher weniger interessieren, sagt Diehl.

Wer gleich zum ersten Semester eine Förderung erhalten möchte, sollte einen Abiturdurschnitt bis 2,5 haben, sagt der Stipendiat der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung Dominik Leyh. Wenn die anderen Kriterien stimmen, könnten Bewerber aber auch mit einem Schnitt von 2,8 ein Stipendium erhalten.

Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt nach den Kriterien Leistung, soziales Engagement und nach der Persönlichkeit des Bewerbers. Alle drei Aspekte werden gleich gewichtet, erklärt Dominik Fiedler, ehemaliger Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP).

Kein Parteibuch nötig

Parteimitglied müssen Studenten nicht sein, um bei den parteinahen Stiftungen eine Förderung zu erhalten, versichern alle vier Stipendiaten. Allerdings sollte man den Werten der jeweiligen Stiftung nicht widersprechen.

Wichtiger als die finanzielle sei die ideelle Förderung. „Man lernt, Projekte aus dem Boden zu stampfen“, sagt Fiedler. Durch die Stiftung würden die Stipendiaten sich zudem ein Netzwerk aufbauen. Dabei lernen sie auch Studenten anderer Fachrichtungen kennen und so über den Tellerrand des eigenen Fachs zu blicken.

Wer sich für ein Stipendium bewerben will, muss neben Unterlagen wie dem Lebenslauf auch Gutachten von Professoren oder Lehrern einreichen. Manchmal wird auch ein Motivationsschreiben verlangt.

Informationen zu vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte Stiftungen, die Stipendien anbieten, gibt es unter www.stipendiumplus.de

Von Lara Sasse