Tag des offenen Denkmals: Jüdisches Musum, Kloster Cornberg und Bebraer Backhaus

Waren beim Tag des offenen Denkmals im Sandsteinmuseum Cornberg: (hinten von links) Heinz Moch, Annelore Greifenberger, Ursula Kuhnsch, Helga Moch und Madeleine Tatsch; (vorne von links) Lennox Herbold, Leon Brehl, Malena Trapp und Lina Dicker. Foto:  Koch

Bebra/Cornberg/Rotenburg. Der Tag des offenen Denkmals, den die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 1993 ins Leben gerufen hat, stand diesmal unter dem Motto „Farbe". Der Öffentlichkeit standen einige Gebäude offen, die sonst unzugänglich sind.

So zum Beispiel das kürzlich sanierte Backhaus in Bebra. Noch in diesem Jahr soll es offiziell eröffnet werden. „Wir planen, einmal im Monat, Roggenbrot nach alter Rezeptur zu backen“, informierte Irene Hohmeister, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Backhaus „Am Platzborn“.

Für das geplante Schaubacken sowie für angemeldete Gruppenführungen wird das Backhaus im alten Dorfkern von Bebra geöffnet sein. „Uns war es ein Anliegen, diesen Bereich wiederzubeleben“, sagte Hohmeister. Und Zimmermannmeister Jörg Hohmeister erklärte die bauliche und technische Umsetzung der Sanierung. Rund 30 Brote passen in den Ofen, der 1955 das letzte Mal in Betrieb war.

Kloster seit 20 Jahren dabei

Farbiges gab es auch im Kloster Cornberg auf Initiative des Heimat- und Verkehrsvereins zu entdecken. Neben Führungen in Klosteranlage, Sandsteinmuseum und Steinbruch gab es Vorträge zum Thema „Farbe“ mit Museumsmitarbeiter Helmut Reker. Die Kindertagesstätte Löwenzahn beschäftigte die Kinder.

„Am Tag des offenen Denkmals begrüßen wir immer rund 250 Gäste“, sagte Heimatforscher Heinz Moch, der die meisten Führungen leitet. Das Museum und seine Mitarbeiter nehmen bereits seit der Museumsgründung vor 20 Jahren am Tag des offenen Denkmals teil. Eine Sonderausstellung im Museum weist auf das Jubiläum hin. Um die Museumsarbeit kümmern sich 24 ehrenamtliche Mitarbeiter, die im Jahr rund 1200 Stunden investieren. Im Jüdischen Museum in der ehemaligen Rotenburger Mikwe wurden die gut besuchten Führungen von Dr. Heinrich Nuhn geleitet.

Er informierte über die Beschneidung und die Thora. Ein originaler Judenstern ist mit der Geschichte von Ruth Katzenstein verbunden. „Der Stern musste immer am äußersten Kleidungsstück getragen werden“, erklärte Nuhn. Zeugnisse aus der Zeit der Nationalsozialisten belegen, dass schon früh damit begonnen wurde, ein schlechtes Bild vom Juden zu vermitteln. Dafür sorgten Schand-Skulpturen an Ortseingängen, Plakate und Handzettel sowie das Hetzblatt „Der Stürmer“ mit Sitz in Nürnberg. „So wurden die Juden schrittweise in Misskredit gebracht.“

Von Alexandra Koch

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