Oberstufenschulen: Berufsorientierung auch im Ausland möglich

Praktika: Jetzt Pflicht – im Kreis längst üblich

Hersfeld-Rotenburg. Vor einem Jahr hat das Kultusministerium Berufs- und Studienorientierung, also Praktika in der Oberstufe, per Erlass zur Pflicht erklärt. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg können sich die Verantwortlichen an den Schulen entspannt zurücklehnen. Berufspraktika in der Oberstufe sind hier seit Jahren gang und gäbe.

„Die Schulen im Kreis waren ihrer Zeit voraus“, sagt der zuständige Aufsichtsbeamte beim Staatlichen Schulamt, Jürgen Krompholz. Dennoch hält er die verbindliche Vorgabe für richtig: „Es gibt immer mehr Schüler, die für den Gymnasialzweig angemeldet werden. Es ist wichtig, dass sie zu einer qualifizierten Entscheidung in Bezug auf ihre Berufswahl geführt werden.“

Hört man sich an den Schulen mit gymnasialer Oberstufe um, wird deutlich, dass die Jugendlichen die Oberstufen-praktika in vielen Fällen zum Sprung über Kreisgrenzen hinaus nutzen: Gerne schnuppern sie in großen Betrieben in den Metropolen, suchen sich auch Plätze im nahen Ausland. „Das lassen wir in der Regel zu. Wir suchen den Schülern keine Praktikumsplätze. Die Bewerbung ist Teil des Praktikums“, erlärt Studienleiter Marc Heinzerling von der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule, an der man schon fast zwei Jahrzehnte Erfahrung in diesem Bereich gesammelt hat. Auch an den anderen Schulen hält man es so – mit guten Erfolgen.

Die Ausgestaltung der Berufs- und Studienorientierung ist dennoch an jeder Schule anders. Die Modellschule Obersberg setzt mehr auf individuelle Lösungen, weil ansonsten auf einen Schlag 230 Praktikanten untergebracht werden müssten.

Am Beruflichen Gymnasium in Bebra, das ohnehin berufsorientiert arbeitet, gibt es das klassische Praktikum allerdings nicht. „Bei uns haben die Schüler ohnehin zehn Wochenstunden in einer bestimmten Fachrichtung Unterricht“, sagt Schulleiter Wolfgang Haas. Zum Tage, Seite 2

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