Nach der Brandnacht: Ehepaar unversehrt, Katze muss operiert werden

In der Brandnacht: Feuerwehrfrau Janette Schade mit einer der geretteten Katzen. Archivfoto:  Meyer

Ronshausen. „Wir mussten das Haus fluchtartig verlassen. Ich war schon im Schlafanzug", erinnert sich Andrea Fey an die Brandnacht einen Tag vor Silvester.

Hinter dem neuen und ordnungsgemäß abgenommenen Holzkohleofen der Feys hatte es zu schwelen begonnen. Zum Glück hatte Peter Fey noch einmal nach dem Feuer gesehen und den Brand entdeckt, denn einen Rauchmelder hatte das Ehepaar nicht. Peter Fey erlitt an dem Abend eine leichte Rauchvergiftung, der Nymphensittich von Feys überlebte die Nacht nicht, auch zwei Kanarienvögel, die sie in Pflege hatten, starben im Rauch.

Die beiden Katzen Sanne und Felix sind vorerst bei der Tiernothilfe in Rotenburg untergekommen. Die Ronshäuser Freiwillige Feuerwehr hatte die beiden verängstigten Tiere noch aus der verrauchten Wohnung geholt. Kater Felix wurde dabei verletzt und soll in Kürze operiert werden.

Seit dem Brand ist die Wohnung der Feys nicht mehr nutzbar. Bürgermeister Markus Becker erzählt, dass er das Ehepaar noch am Brandabend in der „Krone“ unterbringen konnte. Sogar Kleidung hatte die Feuerwehr noch aus der verqualmten Wohnung geholt. Sie soll nun renoviert werden. Dass das jetzt möglich ist, liege am umsichtigen Vorgehen der Feuerwehr, lobt Becker. Ab heute soll die Wohnung wieder hergerichtet werden. Sie ist bereits ausgeräumt. Da hat der Bürgermeister selbst mit Hand angelegt.

Neue Möbel und Hausrat müssen her, auch die Operation von Kater Felix muss bezahlt werden. Die Feys sind der Tiernothilfe sehr dankbar, die die Hälfte tragen will. Ein Gelenk ist ausgekugelt, sagt Andrea Fey.

„Es hätte schlimmer kommen können.“

Nach fünf Tagen im Gasthaus „Zur Krone“ der Familie Wilhelm sind sie zurzeit in der Ferienwohnung der Familie Heinrich Möller untergekommen.

Die Eheleute, beide Frührentner, waren bisher schon nicht auf Rosen gebettet, sind aber finanziell über die Runden gekommen. Nach dem Brand gibt es nun Probleme. Für die Operation des Katers fehlt das Geld, eine Hausratversicherung hatten sie sich nicht leisten können. „Da ist jede Unterstützung herzlich willkommen“, sagt der Bürgermeister.

Die Ronshäuser haben auch nicht lange gezögert. Die Vereinsgemeinschaft, genauer ihr Sozialausschuss mit Sprecher Rainer Lang, Pfarrer Nickel und dem Bürgermeister, haben 500 Euro Soforthilfe übergeben. Das Geld stammt aus Umlagen der Vereine und dem Reinerlös der Dorffeste und fließt in einen Sozialfonds, aus dem in Notlagen wie bei den Feys geholfen werden kann.Dafür ist das Ehepaar sehr dankbar, auch für die vielfältige Unterstützung von anderer Seite, von Nachbarn, Kleiderspenden noch in der Brandnacht. Die beiden danken der Gemeinde als Obdachlosenbehörde, den Familien Wilhelm und Möller sowie dem Vermieter und dem Sozialamt. „Es hätte schlimmer kommen können“, blickt Andrea Fey zuversichtlich in die Zukunft.

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