Bürgerservicebüro: FDP spricht von falschen Zahlen

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Samstags geschlossen: Das Bürgerservicebüro in Rotenburg ist seit ein paar Wochen samstags geschlossen. Autos können an diesen Tagen nur noch in Bad Hersfeld angemeldet werden.

Rotenburg. Wurde die Schließung des Bürgerservicebüros an den Samstagen in Rotenburg mit falschen Zahlen begründet?

Diese Frage stellt die FDP-Kreistagsfraktion in einer Pressemitteilung.

Seit Mai ist das Bürgerservicebüro mit KFZ-Zulassung in Rotenburg samstags geschlossen. Mit großer Mehrheit appellierte der Kreistag in seiner Sitzung im Mai an Landrat Dr. Michael Koch, dies wieder zu ändern.

Die Schließung habe der Landrat damit begründet, dass an Samstagen durchschnittlich nur knapp zehn Verwaltungsvorgänge pro Stunde getätigt würden. Auf Anfrage der FDP erhielt sie die Antwort, dass auf 47 geöffnete Samstage im Jahr 2015 1367 Verwaltungsvorgänge fielen. Bei einer Öffnungszeit von drei Stunden mache dies 9,7 Verwaltungsvorgänge pro Stunde, so rechnet Timo Krause, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender vor.

Weiterhin begründete der Landrat die Schließung damit, dass unter der Woche 30-33 Verwaltungsvorgänge pro Stunde getätigt würden, also dreimal so viele wie an Samstagen. „Als Antwort auf die Anfrage der FDP-Kreistagsfraktion werden jedoch ganz andere Zahlen genannt“, sagt Krause.

An insgesamt 300 Öffnungstagen wurden 16 554 Verwaltungsvorgänge aus dem Bereich der KFZ-Zulassung bearbeitet. „Zieht man davon die Samstage ab, kommt man bei einer Öffnungszeit von 43 Stunden pro Woche (werktags) auf gerade einmal 7,0 Verwaltungsvorgänge pro Stunde“, so Krause.

Die von Landrat Koch genannte Zahl von 30-33 Verwaltungsvorgängen pro Stunde sei deutlich zu hoch gegriffen, sagt der stellvertretenden FDP-Fraktionsvorsitzende und fragt, ob man die Bürger mit falschen Zahlen beschwichtigen wollte oder sich nur „heftigst verrechnet“ habe. Weiterhin stellt er fest: „Im Jahr 2015 wurden samstags sogar mehr Verwaltungsvorgänge getätigt (9,7 pro Stunde) als unter der Woche (7).“

Keine Differenzierung 

Die FDP-Kreistagsfraktion fragt sich außerdem, wie der Landrat davon sprechen konnte, dass die Mehrzahl der Verwaltungsvorgänge an Samstagen auf Bürger aus dem Altkreis Hersfeld falle. Als Antwort auf die Anfrage der FDP-Kreistagsfraktion ist nämlich mitgeteilt worden, dass es gar keine differenzierte Erfassung der Vorgänge nach Altkreis Bad Hersfeld beziehungsweise Rotenburg gab.

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