Polizei durchsuchte Wohnung und fand Drogen

Deko-Schnellfeuerwaffe führt zu SEK-Einsatz in Rotenburg

Rotenburg/Bebra. Der Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos (SEK), der Kripo Bad Hersfeld und der Polizei Rotenburg hat am frühen Donnerstagabend für Aufsehen in Rotenburg gesorgt.

Bei der Durchsuchung eines Wohnhauses fand die Polizei eine sogenannte Deko-Waffe eines Schnellfeuergewehrs, die aussah wie eine echte Kalaschnikow. Die Beamten stellten außerdem geringe Mengen an Marihuana und andere Betäubungsmittel sicher.

Zeugen hatten bereits am Mittwoch einen verdächtigen jungen Mann in Rotenburg beobachtet, der eine teilweise abgedeckte Waffe in das Haus trug. Als die Polizei über Dritte von der Beobachtung erfuhr, suchte sie die Zeugen auf. Das berichtete der Pressesprecher der Polizei, Manfred Knoch.

Bei der Befragung erhärtete sich der Verdacht, dass es sich um ein Gewehr handeln könnte. Die Polizei informierte die Staatsanwaltschaft Fulda, die dann beim Amtsgericht in Fulda eine Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen beantragte.

Der Polizei stoppte den Verdächtigen in seinem Auto auf dem Weg zu seiner Wohnung. Auch bei dem Beifahrer, einem jungen Mann aus Bebra, wurden Marihuana und Tabletten entdeckt. Aus diesem Grund wurde später auch seine Wohnung in Bebra von der Polizei nach Rauschgift durchsucht. Die beiden jungen Männer sind 18 und 23 Jahre alt.

„Da wir nicht ausschließen konnten, dass es sich um eine scharfe, gefährliche Waffe handelt, wurde auch das Spezialkommando für die Durchsuchung der Wohnung in Rotenburg angefordert“, berichtete Knoch. Die Durchsuchung fand parallel zur Kontrolle des Fahrzeugs statt.

Bei der Durchsuchung stellte sich heraus, dass es sich um eine Deko-Waffe aus Metall handelte, die auf den ersten Blick nicht von einer echten Waffe zu unterscheiden ist.

Der Besitz einer solchen Deko-Waffe ist nicht verboten. Das Mitführen in der Öffentlichkeit allerdings stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, selbst wenn man sie durch den eigenen Garten tragen würde, erläutert der Pressesprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Das Mitführen sei deshalb strafbar, weil es vortäusche, im Besitz einer echten Waffe zu sein.

Die beiden jungen Männer und ein weiterer junger Mann, der ebenfalls in der Wohnung in Rotenburg wohnt, wurden vorläufig festgenommen. Nachdem sie erkennungsdienstlich behandelt wurden, durften sie wieder gehen.

Die Polizei leitet ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ein.

Solche Sondereinsätze seien auch für die Polizei nicht alltäglich. Es sei aber gerade in der heutigen Zeit wichtig, solchen Hinweisen konsequent nachzugehen. „Wenn Kollegen davon ausgehen müssen, dass es sich um eine scharfe Waffe handelt, riskieren sie im Ernstfall ihr Leben“, betonte Knoch. Es sei nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn zwei Streifenbeamte in so eine Wohnung kämen, und plötzlich ein Bekiffter eine solche Waffe, die im ersten Moment nicht als Deko-Waffe erkennbar sei, auf die Beamten richten würde.

Rubriklistenbild: © dpa

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