Gegen Pauschalurteile

Rotenburgs Bürgermeister fordert differenzierte Flüchtlingsdebatte

Rotenburg. Ein weiteres Bürgerforum zum Thema Flüchtlinge hat Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald für Februar angekündigt.

Er erklärte, dass es zum Thema Flüchtlinge nirgends in Hessen eine ähnlich intensive Öffentlichkeitsarbeit gebe wie in Rotenburg. Und dennoch würden ihm, anderen Kommunalpolitikern, der Presse und der Polizei Lügen oder „Unter-den-Teppich-kehren“ unterstellt, kritisierte er.

Grunwald hatte dem Thema in seiner Haushaltsrede breiten Raum gegeben und sich dabei auch über unreflektierte Meinungsäußerungen und pauschale Urteile sowie das ungeprüfte Verbreiten von Gerüchten echauffiert. Eine Differenzierung täte der aufgeheizten Debatte gut, sagte er.

„Ich halte es für grundfalsch, die bundespolitische Debatte auf Rotenburg und auf unsere Erstaufnahmeeinrichtung zu projizieren“, sagte er. Glücklicherweise habe jeder das Recht zur freien Meinungsäußerung. Aber jeder habe auch die Pflicht, eine mögliche andere Meinung zu tolerieren und nicht dem Gegenüber rundweg als „Nazi“ oder „Gutmensch“ die Glaubwürdigkeit seiner Argumente abzusprechen, erklärte Grunwald weiter. Es gebe zudem auch für jeden die Pflicht zur Informationsbeschaffung, mahnte er.

Das Schaffen eines differenzierten Blicks auf die Lage, die Umsetzung von Initiativen zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung - das sei für ihn und Flüchtlingskoordinatorin Carolin Richardt eine der wichtigsten Aufgaben in der Zukunft. Von den Bürgern erwarte er im Gegenzug, dass sie sich den Informationen, die sie bekommen, nicht verschließen, nur weil sie nicht in ihr derzeitiges Meinungsbild passten. Sie sollten daran mitwirken, dass die Stadt das Rotenburg bleibe, „das wir alle so gern haben, auch mit der geänderten Situation seit August vergangenen Jahres, als die ersten Flüchtlinge eintrafen.“

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