Gottes Spuren finden: Felix Gottschalk ist neuer Pfarrer in Wildeck

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Felix Gottschalk ist es wichtig, den richtigen Ton zu treffen, nicht nur, wenn er Musik macht: Für unser Foto hat er sich mit seiner Jazztrompete in den Garten vor dem von der Kirche neu gekauften Pfarrhaus am Finkenweg in Bosserode gestellt.

Bosserode/Rassdorf/Hönebach. Felix Gottschalk ist der neue Pfarrer in Wildeck. Im Porträt stellen wir den 28 Jahre alten Gottesmann vor.

Felix Gottschalk packt seine kleine Jazztrompete aus und strahlt. „Sie hat schon so manche Delle, und so richtig glänzt sie auch nicht mehr - trotz guter Pflege“, erzählt der 28-Jährige. „Aber sie hat immer noch einen sehr guten Klang.“

Und damit ist man schon mittendrin im Leben des 28-Jährigen, der seit Anfang November sein Amt als neuer Pfarrer in der evangelischen Martin-Luther-Kirchengemeinde in Wildeck angetreten hat - als Nachfolger von Winfried Schiel. Zuständig ist er für Bosserode, Hönebach und Raßdorf. Der Einführungsgottesdienst findet am Sonntag, 27. November, ab 14 Uhr in der Kirche in Bosserode statt.

Felix Gottschalk liebt sein Instrument. Und es steht für ihn sinnbildlich für das Leben und den Glauben, wo man auch nicht ohne Schrammen davonkommt, aber am Ende doch seinen eigenen Weg finden kann.

Wissensdurst stillen 

Sein Großvater hat ihm die Trompete vor vielen Jahren geschenkt. Seit seinem dreizehnten Lebensjahr ist er in der kirchlichen Posaunenarbeit aktiv. „Immer hat mir dieses Instrument geholfen, schnell Kontakt zu anderen zu finden“, berichtet Gottschalk. Da stemmt er schon mal einen Gottesdienst musikalisch allein oder begleitet das Singen im Altenheim.

Vor allem in seiner Zeit bei der Bundeswehr sind Fragen nach dem Sinn und Ziel seines Lebens in ihm aufgebrochen. „Vielleicht kann ein Theologiestudium deinen Wissensdurst beruhigen“, gab ihm sein Großvater mit auf den Weg, der Pfarrer war, wie übrigens auch die Großmutter. „Bei ihnen habe ich die Freude kennengelernt, die aus dem Glauben erwächst“, berichtet Gottschalk. „Dieses Getragensein habe ich selbst auch erlebt bis heute“, sagt er. Und diese Erfahrung will er als Pfarer an andere weitergeben.

Vikariat in Heringen 

Gottschalk ist ein Kind vom Land. Er ist in dem thüringischen Dorf Luisenthal bei Oberhof aufgewachsen. Sein Vikariat hat er in Heringen absolviert. „Die Offenheit und Herzlichkeit vieler Menschen in dem Grenzgebiet hat mich dazu gebracht, auf dem Land zu bleiben.“ Das Leben in den Städten sei von großer Anonymität geprägt. Die gute Bahn- und Autobahnanbindung machen es möglich, dass der 28-Jährige auch schnell bei seiner Familie in Thüringen ist, die ihm am Herzen liegt. Die vielen engagierten Mitglieder der Wildecker Kirchengemeinde haben ihm die Entscheidung ebenfalls leicht gemacht.

„Ich will den Menschen helfen, ihren Weg und Gottes Spuren in ihrem Leben zu finden“, sagt der 28-Jährige. „Ich will mit ihnen christliches Leben gestalten.“ Dabei ist ihm wichtig, dass alle gemeinsam mit anpacken. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit wird der Konfirmandenunterricht sein. Jetzt muss er sich zunächst einmal in die Gemeinde und die Arbeit dort einfinden.

Neues wagen 

Er kann gut organisieren, Sachen anschieben und mit Menschen umgehen, sagt er von sich selbst. Natürlich will er als Pfarrer auch Neues wagen. Aber das muss vorsichtig geschehen. „Wer altes Dornengestrüpp rausreißt, muss vorher neuen Samen säen.“

Zur Person 

Felix Gottschalk ist im thüringischen Dorf Luisenthal aufgewachsen. Nach dem Abitur in Gotha ging er neun Monate zur Bundeswehr. Von 2007 bis 2013 studierte er evangelische Theologie in Marburg, Halle, Göttingen und Jena. Nach dem Ersten Theologischen Examen arbeitete er ein Jahr als Helfer im Verkündigungsdienst in Sachsen-Anhalt in der Region um die Stadt Zeitz und in Bitterfeld-Wolfen. Sein Vikariat absolvierte er ab 2014 in Heringen.

Sein Zweites Theologisches Examen legte er im September 2016 ab. Seit 1. November ist er einer von zwei Pfarrern in der evangelischen Martin-Luther-Kirchengemeinde in Wildeck. Gottschalks Freundin ist zurzeit Vikarin in Haunetal-Neukirchen. Seine Hobbys sind neben dem Trompete-Spielen das Wandern, Radfahren und Schwimmen. Gern liest er auch - zum Beispiel Wissenschaftskrimis von dem Autor Andreas Eschbach.

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