In Jakob-Grimm-Schule

James Bonds Tüftler Q war in Rotenburg inhaftiert

Rotenburg. Die Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg war im Zweiten Weltkrieg Gefangenenlager. Auch der Brite Desmond Llewelyn war in der JGS inhaftiert. Als James Bonds Tüftler Q wurde er später weltberühmt. Während der Inhaftierung sammelte er bereits wichtige schauspielerische Erfahrungen.

Das zeigt eine neue Ausstellung, die der Rotenburger Regionalhistoriker Dr. Heinrich Nuhn konzipiert hat. „Hochschule hinter Stacheldraht“ ist von 16. November bis 8. Februar im Kreisheimatmuseum in Rotenburg zu sehen. Am Mittwoch, 12. November, 19 Uhr, gibt es eine Multimedia-Präsentation über das Offiziersgefangenenlager IX-A/Z in der Aula der Jakob-Grimm-Schule.

Durchweg 500 Offiziersgefangene aus den Streitkräften der deutschen Kriegsgegner lebten vom 1. Dezember 1939 bis 29. März 1945 in der die JGS, die von einem hohen Stacheldrahtzaun umgeben war. Der wohl bekannteste war der spätere Waffenmeister von James Bond, 007, besser bekannt als „Q“. In 17 Filmen war Schauspieler Desmond Llewelyn in dieser Rolle für die Ausrüstung des Agenten verantwortlich.

Schauspieler Desmond Llewelyn, bekannt als Tüftler „Q“ aus den James-Bond-Film, war von 1943 bis 1945 in der Jakob-Grimm-Schule inhaftiert. Fotos: dpa/Archiv Nuhn

Vom Frühjahr 1943 bis zum 29. März 1945 war er einer der Englisch sprechenden Kriegsgefangenen in der JGS. Schon am 26. Mai 1940 war der britische Leutnant in Frankreich in Gefangenschaft geraten. Als er 1943 nach Rotenburg kam, hatte er bereits mehrere Lager hinter sich. „Wirklich sehr angenehm“, lautete sein späteres Urteil über die zwei Jahre unter dem Dach der Jakob-Grimm-Schule. „Die Vorschriften wurden hier ein wenig milder ausgelegt. Nur hatten die Lageroberen die ärgerliche Angewohnheit, uns zu verrückt früher Uhrzeit zum Morgenappell antreten zu lassen.“

Rotenburg wurde für Llewelyn eine wichtige Station in seiner Entwicklung als Schauspieler. In dem fürs Theater genutzten Speisesaal sammelte er Erfahrungen als Regisseur und Schauspieler, berichtet Nuhn. Zugute kam den Schauspielern, dass ihnen hier ein deutscher Kontrolloffizier, in Friedenszeiten als Theaterkritiker tätig, bei Kostümen, Masken und Schminke behilflich war. (red/mcj)

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