Flüchtlinge sollen in ein ehemaliges Gasthaus in Solz einziehen

Bald wieder bewohnt: In diesem ehemaligen Gasthaus an der Ortsdurchfahrt in Solz sollen in Kürze bis zu 32 Flüchtlinge eine neue Bleibe finden. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Solz. In eine ehemalige Gaststätte in Solz sollen noch im September Flüchtlinge einziehen. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg wolle dort fünf Wohnungen anmieten und bis zu 32 Flüchtlingen eine Bleibe bieten.

Das sagte Bürgermeister Uwe Hassl am Freitag. Die neuen Bewohner würden kurzfristig kommen, so Hassl. Er fordert vom Landkreis, auf die Gegebenheiten im Ort Rücksicht zu nehmen und Familien zu schicken.

Bis Freitag wusste der Bürgermeister nur, dass der Kreis die Wohnungen anmieten will. Nähere Informationen zum zeitlichen Ablauf hatte er bis dahin nicht.

Ortsvorsteher Friedhelm Claus war bereits vor vier Wochen vom Eigentümer der Wohnungen informiert worden, dass dieser die Räume an den Kreis vermieten wolle. Von Seiten des verantwortlichen Mitarbeiters beim Kreis war ihm zugesichert worden, dass die Solzer in einer Veranstaltung informiert würden, bevor Flüchtlinge kommen.

Auch die Gruppierung „Bürger für Solz“ hatte bereits über das Thema gesprochen. Im Dorf gibt es wie überall Leerstände und einige Häuser, die nicht mehr in Solzer Hand sind. Man wolle sich für die zu erwartenden Flüchtlinge einsetzen, sagte Claus gegenüber unserer Zeitung. „Familien können wir vernünftig integrieren“, erklärte er weiter und wies auf den Kindergarten vor Ort hin, Solzer könnten Deutschunterricht geben. Eine Informationsveranstaltung, bevor die Flüchtlinge kommen, sei das mindeste, was man tun müsste, um Bedenken im Vorfeld aus dem Weg räumen zu können.

Claus hat aber am Freitag aus dem Landratsamt erfahren, dass schon ab Anfang September Flüchtlinge kommen können. „Wir sind offen, aber enttäuscht über den Ablauf“, sagte Claus.

Den Vermieter konnten wir am Wochenende leider nicht für eine Stellungnahme erreichen.

Kein Handlungsspielraum 

Bürgermeister Hassl kritisiert, dass die Landkreise, denen die Flüchtlinge kurzfristig zugewiesen werden, keinen Handlungsspielraum hätten. Er schlägt vor, die im Kreis ankommenden Asylbewerber zunächst für eine Woche in Zelten oder im Winter in einer Halle unterzubringen, um sie dann innerhalb einer Woche sinnvoll auf die Kommunen verteilen zu können. Wie viele Flüchtlinge zurzeit in Bebra leben, kann der Bürgermeister nicht sagen. Er könne die Zahl nur durch einen Abgleich der beim Einwohnermeldeamt registrierten Zuzüge schätzen, da sie bisher alle in privaten Wohnungen leben.

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