Eine Musik mit starker Botschaft

Friedensmesse „The Armed Man“ in der Rotenburger Stiftskirche

Rund 200 Mitwirkende: Ein Erlebnis für Auge und Ohr war die Friendensmesse von Jenkins. Foto:  Apel

Rotenburg/Melsungen. Einfach großartig ist es, was da geleistet wurde. Die rund 200 Mitwirkenden bei Karl Jenkins' Friedensmesse „The Armed Man" sorgten für ein Musikerlebnis mit starker Botschaft. Sie brachten den Wunsch nach Frieden und Toleranz zum Klingen.

Frieden und Toleranz: Eine Aussage, die in unserer von Hass und Extremismus heimgesuchten Zeit umso dringlicher ist.

Und die Botschaft kam beim Publikum an, denn 1100 Zuhörer besuchten die Generalprobe und die darauf folgenden Aufführungen in Melsungen und Rotenburg. Standing Ovations gab es am Sonntagabend in der Stiftskirche, nachdem der letzte Ton verklungen war, die Glocken geläutet und alle für drei Minuten in nachdenklicher Stille verharrt hatten.

Jenkins’ Friedensmesse erwies sich als absolut lohnende Aufgabe für die Ausführenden. Dank ihrer effektvollen Kontraste mit verschiedenen Stilen vom Soldatenlied „L’homme armé“ aus dem 15. Jahrhundert bis zu filmmusikalisch anmutenden Momenten ist sie eine leicht zugängliche zeitgenössische Musik mit emotionaler Wirkung - hier zusätzlich unterstützt von Axel Deubeners Beleuchtungs- und Tontechnik.

Klangliche Wucht

Zum Erfolg führten die beiden musikalischen Leiter Kantorin Eva Gerlach und Bezirkskantor Christian Fraatz. Während Gerlach dirigierte, musizierte Fraatz an der Orgel - in Melsungen waren die Aufgaben umgekehrt verteilt.

Lob gebührt auch dem Chor-Kollektiv für seine Dynamik bis hin zu klanglicher Wucht und schmerzlichem Aufschrei. Die Kantorei Melsungen, die Melsunger Musikantengilde, die Kantorei der Stiftskirche Rotenburg und das Ensemble Vierklang boten eine tolle Leistung.

Als starkes Symbol für das friedliche Miteinander der Religionen ist der islamische Aufruf zum Gebet in das Werk integriert - eindrucksvoll hier der aus dem Iran stammende Musiker Vahid Shahidifar. Als weitere Solisten überzeugten Johannes Spieker (Rotenburger Jugendkantorei), dessen helle Stimme im dunklen „Kyrie“ leuchtete, und Carolin Altmann, zuvor hatten Hannah Kirchhoff und Ilvy Breitbart die Soli übernommen.

Für die instrumentale Seite war das ausgezeichnete Kammerorchester Louis Spohr Kassel zuständig. Da gab’s Trommel-Rhythmen, Fanfaren, sphärische Streicherklänge, kräftige Schlagzeug-Effekte und ein expressives Solo des Cellisten Wolfram Geiss. Berührend war auch der Konzertbeginn, denn da spielte das Kammerorchester das berühmte Adagio des Amerikaners Samuel Barber.

Von Georg Pepl

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