Bewohner rauchte auf dem Zimmer

Prügelei in Rotenburger Flüchtlingsheim: Streit eskaliert

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Zweckmäßige Ausstattung: So sehen die Zimmer der Erstaufnahmeeinrichtung aus. Sie werden, je nach Größe, von bis zu sechs Personen bewohnt. Das Foto entstand vor der Belegung der Alheimer-Kaserne mit Flüchtlingen.

Rotenburg. Ein Streit in der Erstaufnahmeeinrichtung Rotenburg hat am Samstag die Polizei auf den Plan gerufen. Drei junge Afghanen, die ein Zimmer bewohnen, haben sich geprügelt.

Hintergrund für den Streit gegen 12.45 Uhr war eine Auseinandersetzung um die Ordnung in ihrem Zimmer, teilt die Polizei mit. Einer der 19, 21 und 22 Jahre alten Afghanen hatte wiederholt auf der kleinen Stube geraucht, obwohl das durch die Hausordnung verboten ist, erklärte der kommissarische Leiter der Einrichtung, Thomas Baader, auf Nachfrage: „Die beiden anderen Bewohner fühlten sich dadurch belästigt, und dann kam es zum Streit.“

Die Auseinandersetzung eskalierte letztlich zu einer Prügelei, bei der laut Polizei eventuell auch ein Stuhl als Waffe eingesetzt wurde. Alle Zimmer sind mit einem Stuhl und Spind pro Bewohner, Etagenbetten, einem Tisch und einem Kühlschrank ausgestattet.

Alle drei Bewohner wurden leicht verletzt. Einer wurde wegen einer Platzwunde am Kopf mit dem Rettungswagen ins Kreiskrankenhaus gebracht, wo er ambulant versorgt wurde. Die Polizei hat gegen alle drei Beteiligten ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, teilt die Polizeistation Rotenburg mit.

Da das Ausmaß der Schlägerei zunächst nicht bekannt war, hatte die Polizei zunächst auch zwei Streifenwagen der Station Bad Hersfeld hinzugezogen, die aber noch auf der Anfahrt wieder abdrehen konnten. Die Lage konnte mit sieben Beamten der Polizeistation Rotenburg geklärt werden, zumal die Streithähne bei ihrer Ankunft bereits getrennt worden waren.

Der Wachdienst, der mit der Sicherheit der Alheimer-Kaserne beauftragt ist, greife in solchen Situation selbstverständlich ein und versuche zu schlichten, erklärte Baader. Allerdings werde bei solch einer Eskalation immer auch die Polizei hinzugezogen.

„So etwas kann leider einmal passieren, wenn Menschen, die sich nicht kennen, auf engstem Raum zusammenleben müssen“, sagte Baader gegenüber unserer Zeitung. Verhindern ließen sich solche Auseinandersetzungen nicht, man sei in der Erstaufnahmeeinrichtung aber bemüht, durch eine gezielte Belegung der Zimmer mögliche Konfliktpotenziale schon im Vorfeld zu entschärfen.

Nach welchen Regeln die Zimmer der Erstaufnahmeeinrichtung belegt werden, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA Rotenburg-Bebra.

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