56 Rechtspfleger in Rotenburg verabschiedet

Der einzige Absolvent aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg in der Diplomierungsfeier der Rechtspfleger war Konstantin Lotz (links) aus Philippsthal – hier bei der Übergabe des Diploms durch Olaf Nimmerfroh vom Hessischen Ministerium der Justiz.

Rotenburg. Die Gerichte und Staatsanwaltschaften in Hessen und Thüringen erhalten Verstärkung: 56 Rechtspfleger beginnen ihren Dienst.

Die neuen Mitarbeiter sind ausgebildete Justizinspektoren. Sie haben in der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege in Rotenburg die Laufbahnprüfung für den gehobenen Beamtendienst bestanden.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der dreijährigen Ausbildung erwarben sie zugleich die Berufsbezeichnung Diplom-Rechtspfleger. Die Zertifikate für die Qualifikation übergab Olaf Nimmerfroh vom Hessischen Ministerium der Justiz den Justizinspektoren in der Diplomierungsfeier im Auditorium Maximum der Hochschule.

Flucht im Nachtgewand

„Sie werden Rotenburg nicht vergessen und die Rotenburger sie auch nicht.“ Olaf Nimmerfroh erinnerte in der Festansprache an die zwei Feueralarme während der Studienzeit. Die habe die Anwärter im Nachtgewand aus dem Gebäude ins Freie fliehen lassen - ein nicht alltägliches Ereignis in der Fuldastadt.

Der Beruf des Rechtspflegers habe sich stark gewandelt, sagte der Mitarbeiter des hessischen Justizministeriums. Vom Gerichtsschreiber sei er zur zweiten Säule der dritten Gewalt aufgestiegen. Rechtspfleger würden Entscheidungen in völliger Unabhängigkeit eigenverantwortlich treffen und damit die Richter entlasten. Für diese Aufgabe seien die neuen Mitarbeiter in Rotenburg bestens ausgebildet worden. In den Gerichten und Staatsanwaltschaften würden sie dringend erwartet. Doch ihre Zahl sei nicht so groß, um den Bedarf abzudecken und die Altersabgänge zu kompensieren. Diese Situation werde sich auch in den nächsten Jahren nicht entschärfen.

Wieder mehr Bewerber

Erst im kommenden Jahr sollen wieder mehr Bewerber für das Studium zum Rechtspfleger zugelassen werden. Olaf Nimmerfroh dankte den Lehrkräften der Hochschule in Rotenburg und den Ausbildern vor Ort für ihren Einsatz: „Es ist Ihr Verdienst, dass Jahr für Jahr so viele exzellent ausgebildete Kollegen in den Rechtspflegerdienst der Bundesländer Hessen und Thüringen aufgenommen werden“, sagte Nimmerfroh.

Rotenburg hat guten Ruf

Diese Ansicht teilte auch der Präsident des Justizprüfungsamtes in Thüringen, Uwe Homberger: „Rechtspfleger, die in Rotenburg ausgebildet werden, genießen einen ausgezeichneten Ruf.“ Die länderübergreifende Zusammenarbeit in der Rechtspflegerausbildung sei vorbildlich und funktioniere völlig störungsfrei.

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Von Herbert Vöckel

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