Spezialisten für Darmkrebs: KKH Rotenburg erhält Gütesiegel

Stolz aufs Gütesiegel: von links Verwaltungsleiter Sassan Pur, Dr. Martin Oechsner, Dr. rer.nat. Mike Meyer, Dr. Petr Skala, Dr. Daniel Gleichmann, Geschäftsführer Reiner Schickling. Foto: Schankweiler-Ziermann

Rotenburg. Das Kreiskrankenhaus (KKH) Rotenburg ist mit dem begehrten Gütesiegel des Westdeutschen Darm-Centrums ausgezeichnet worden.

Das heißt für die Patienten, dass das Haus dem Vergleich mit über 100 weiteren auf Darmkrebs spezialisierten Kliniken standhält. Es hat im Vergleich sogar besonders gut abgeschnitten. Das Gütesiegel bedeutet, dass Patienten sich auf eine nachgewiesene hohe Qualität der medizinischen Versorgung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge verlassen können.

Dr. Mike Meyer betonte bei Übergabe des Gütesiegels die hervorragende Arbeit im Haus. So seien innerhalb von zwei Jahren 100 Prozent der Endoskopien vollständig gewesen, das heißt, der komplette Darm wurde untersucht. In 105 anderen Darmzentren zählte man im Durchschnitt nur 86 Prozent vollständige Endoskopien, wobei die Untersuchung in einigen Fällen wegen Verwachsungen schwierig ist.

Der hervorragende Wert gelte auch für die Operationen. In Rotenburg musste im untersuchten Zeitraum kein einziger Darmkrebs-Patient nachoperiert werden, was im Durchschnitt der anderen Krankenhäuser in gut fünf Prozent der Fälle notwendig war. „Hier kein Fall: Das ist klasse“, lobte Dr. Mike Meyer, Projektmanager und Vertreter des Westdeutschen Darm-Centrums.

Über die Auszeichnung freuten sich die beiden Chefärzte Dr. Daniel Gleichmann (Innere Medizin) und Dr. Martin Oechsner (Chirurgie). Mit Beginn von Oechsners Tätigkeit in Rotenburg hatte er schon angkündigt, das Gütesiegel als Westdeutsches Darm-Centrum anzustreben.

Der WDC-Vertreter betonte, nicht nur Uni-Kliniken böten eine hervorragende Versorgung. In Rotenburg seien die Patienten in besten Händen. Alle halbe Jahre lasse sich das KKH nun erneut in die Karten schauen, sagte Meyer. Das sei für das Haus auch mit Kosten verbunden. 30 000 Euro hat allein der Weg bis zum Gütesiegel gekostet, erklärte KKH-Geschäftsführer Reiner Schickling auf Nachfrage. Die nächsten Darmzentren befinden sich in Kassel, Lich und Wetzlar. Mit diesen befinde man sich auf Augenhöhe, hieß es bei Übergabe des Gütesiegels.

Mit 30 bis 50 Darmkrebs-Operationen gehört das Kreiskrankenhaus zu den mittelgroßen Darmkrebs-Zentren. Die Leistungen entsprechen nach den Worten Meyers dem eines größeren Hauses. Oechsner wies auf die Bedeutung der Vorsorge und die enge Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Gleichmann hin. Wichtig sei das frühzeitige Erkennen von Darmkrebs mithilfe einer Darmspiegelung und die Operation im frühen Stadium.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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